Politik : WASG-Spitze entmachtet Abweichler

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Berlin - Der WASG-Bundesvorstand hat die Vorstände der Landesverbände Berlin und Mecklenburg-Vorpommern entlassen. Für beide Verbände wurden „Beauftragte“ eingesetzt. Die würden nun die Wahlanzeigen der beiden Landesverbände zurückziehen, sagte WASG-Bundesvorstand Axel Troost dem Tagesspiegel. Die amtsenthobenen Landesvorstände in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern kündigten am Sonntag Widerstand an. Man prüfe juristische Schritte gegen die Ordnungsmaßnahme, hieß es am Sonntag.

Beide Landesverbände hatten angekündigt, bei den Landtagswahlen im September der Linkspartei/PDS Konkurrenz machen zu wollen. Das widerspricht allerdings der Linie des WASG-Bundesverbandes. Der will im kommenden Jahr mit der PDS zur Linkspartei fusionieren. Mit der Ordnungsmaßnahme gegen die beiden renitenten Landesverbände habe man Parteiausschlüsse und eine Auflösung der Landesverbände vermieden, heißt es in einer Erklärung. Das Berliner WASG-Vorstandsmitglied Lucy Redler kritisierte die Einsetzung der Beauftragten als „undemokratisch“. Der WASG-Spitzenkandidat in Mecklenburg-Vorpommern, Philipp Zühlke, sprach vom „Versuch der feindlichen Übernahme der WASG durch die PDS“. Redler kündigte an, der – amtsenthobene – Berliner Vorstand werde sich auf einem Sonderparteitag am kommenden Dienstag das Vertrauen aussprechen lassen. Zühlke sagte, der eingesetzte Vorstandsbeauftragte könne die Wahlanzeige des WASG-Landesverbandes gar nicht rückgängig machen. In beiden Bundesländern werden wohl die Wahlausschüsse entscheiden müssen, was aus den Wahlanzeigen der WASG-Landesverbände wird.wvb.

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