Politik : Washington eröffnet neue Botschaft in Kenia

Bombe zerstörte Vorgängerbau Gebäude gilt als attentatssicher

Christoph Link

Nairobi. Gut dreieinhalb Jahre nach der Zerstörung der US-Botschaft in Nairobi ist am Montag ein Neubau der amerikanischen Vertretung in Kenias Hauptstadt eingeweiht worden. US-Vertreter bezeichneten das großzügig konzipierte Gebäude als Beweis dafür, dass von einem Rückzug der USA aus Afrika nicht die Rede sein könne. Ein Chor von Schulmädchen sang die amerikanische und die kenianische Hymne und für einen Moment kehrte auf dem Vorplatz der neuen US-Botschaft im vornehmen Stadtteil Girigiri eine betroffene Stille ein. 200 Kenianer und zwölf Amerikaner waren bei dem verheerenden Bombenattentat auf die US-Botschaft am 7. August 1998 getötet worden. Vielfach hatten sich die kenianischen Medien über die Ungleichbehandlung von afrikanischen und amerikanischen Opfern kritisch geäußert – und auch vor der neuen Botschaft erinnert ein Gedenkstein lediglich an die 46 getöteten Angestellten der US-Botschaft, nicht aber an die fast 170 Passanten, die damals im belebten Bahnhofsviertel Nairobis – wo die alte Botschaft stand – in den Tod gerissen wurden.

Der Anschlag gilt als eine der ersten schweren Taten von Osama bin Ladens Netzwerk, und bei der schlichten Feierstunde rückten Kenianer und Amerikaner wieder zum Schulterschluss zusammen. Kenias Außenminister Kalonso Musyoka rühmte die USA als „Förderer weltweiten Wohlstandes" und versicherte, dass Kenia im Kampf gegen den Terrorismus eng an der Seite der USA stünden, denn auch der jüngste Anschlag von Mombasa zeige, dass beide Staaten „im Leiden" unter den Terrortaten vereint seien.

Der amerikanische Unterstaatssekretär Grant Green meinte, dass der 86 Millionen teure Neubau eine der „feinsten Botschaften der Welt" sei und die Rechnung der Terroristen nicht aufgegangen sei. Statt das Engagement in Afrika zurückzufahren, erhöhten die USA ihre Verpflichtungen in Ostafrika. Für Kenia werde beispielsweise jährlich eine Hilfe von 135 Millionen Dollar geleistet – rund 20 Millionen davon sind für den Kampf gegen den Terror gedacht. An die Opfer des Anschlags von 1998 waren 40 Millionen Dollar in Form von medizinischer Rehabilitation und Bildung gezahlt worden.

Die neue Botschaft gilt als eine der sichersten der Welt, sie ist mit Panzerglasfenstern und wehrhaften Mauern ausgestattet. „Attentatsfest", wie es heißt.

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