Politik : Washington will mehr IT-Spezialisten ins Land holen

Die US-Regierung will mehr ausländische Spitzenkräfte ins Land holen, um den Bedarf ihrer Hochtechnologie-Unternehmen zu decken. Das Präsidialamt schlug am Donnerstag (Ortszeit) vor, die Zahl entsprechender befristeter Arbeitserlaubnisse in den nächsten drei Jahren auf 200.000 fast zu verdoppeln. Derzeit sind für 2001 noch 107.500 solcher Visa der Kategorie "H-1B" vorgesehen. In den Folgejahren sollten ursprünglich jeweils nur 65.000 Arbeitserlaubnisse ausgestellt werden. US-Firmen solle die Möglichkeit gegeben werden, vorübergehend mehr Mitarbeiter auf dem internationalen Arbeitsmarkt anzuwerben, sagte der Vorsitzende des Wirtschaftsrates des Präsidialamtes, Gene Sperling.

Voraussetzung für die Erteilung der "H-1B"-Visa sind nach Angaben der Berliner US-Botschaft unter anderem hochspezialisierte Kenntnisse für einen Fachberuf und ein Hochschulabschluss. Diese Arbeitserlaubnisse werden individuell befristet, höchstens jedoch für einen Zeitraum von fünf Jahren erteilt. Mit ihrem Vorschlag reagiert die US-Regierung auf Forderungen von Hochtechnologie-Unternehmen.

Parallel zur Anhebung der Visazahlen schlägt die Regierung vor, die Visagebühren von derzeit jeweils 500 Dollar (umgerechnet rund 1085 Mark) auf 2000 Dollar zu vervierfachen. Die Gebühren tragen die jeweiligen US-Firmen. Die Hälfte der zusätzlichen Gebühren sollen dem Vorschlag zufolge in Aus- und Weiterbildung von amerikanischen Arbeitskräften sowie in Programme für Jugendliche, Frauen und Minderheiten investiert werden. Der Vorstoß der US-Regierung ähnelt der Green-Card-Initiative der deutschen Bundesregierung.

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