Politik : Wasserwerfer bahnen Atommüll den Weg nach Gorleben

Gewalttätige Ausschreitungen begleiten Castor-Transport Gorleben(AP/dpa).Begleitet von gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Dutzenden Verletzten und Hunderten Festnahmen ist der bislang größte Castor-Transport nach Gorleben gebracht worden.Nach vier Stunden rollte um 15.11 Uhr der letzte der sechs Tieflader mit Atommüll unter dem Protest Tausender ein.Zuvor hatten rund 11.000 Polizisten mit Wasserwerfern und Schlagstöcken den Weg aus dem Bahnhof Dannenberg freigemacht.Demonstranten bewarfen sie mit Molotow-Cocktails und Steinen.Drei Sprengsätze wurden entschärft.Die Bundesregierung warf den Protestierenden Mißbrauch des Demonstrationsrechts vor. Den ursprünglich für den frühen Morgen geplanten Start in Dannenberg hatten 6000 Atomkraftgegner mit einer Sitzblockade einige Stunden verzögert.Erst mit dem massiven Einsatz von Wasserwerfern gelang es der Polizei, die Aktion zu beenden.Dabei wurden mehrere Menschen verletzt oder erlitten Unterkühlungen.Kurz nach dem Verlassen des Bahnhofs stoppten vier Demonstranten mit einer spektakulären Aktion den Transport: Sie klammerten sich an ein über der Straße gespanntes Drahtseil, ein Mann ließ sich auf einen Tieflader fallen. Anschließend lief der Transport zügig und erreichte in Rekordzeit das Zwischenlager.Am Rande der Strecke kam es aber immer wieder zu gewalttätigen Szenen.Schon in der Nacht hatten sich Polizisten und Autonome schwere Auseinandersetzungen geliefert.Bei der Fahrt durch Quickborn attackierten laut Polizei rund 3000 Autonome die Beamten und den Transport.Die Polizisten antworteten mit massiver Härte.Der Transport selbst sei zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen, betonte ein Sprecher.Auch in anderen Orten gingen Demonstranten und Polizisten mit Schlagstöcken aufeinander los.An mehreren Stellen wurden Strohfelder angezündet.Insgesamt entdeckte die Polizei drei selbstgebastelte Sprengsätze.Nach Augenzeugenberichten wurden in Gorleben auch friedliche Sitzblockierer mit Schlagstöcken und Fußtritten traktiert. Niedersachsens Ministerpräsident Schröder dankte den Polizisten.Jetzt müsse aber eine rationale Energiepolitik dafür sorgen, daß sich derart überflüssige Transporte nicht wiederholten.Die Bundesregierung verteidigte den Transport als unverzichtbaren Teil des Entsorgungskonzepts.Innenminister Kanther wies Kritik am Einsatz der Polizei zurück.Der Einsatz - der größte in der Geschichte der Bundesrepublik - sei nötig gewesen, um den Castor zu sichern.

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