Politik : Wechsel in Sicht – die Missstimmung bleibt

Deutschlandtrend: Jeder Dritte ist noch unentschlossen / Bürger zweifeln an sicherer Rente

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Für den Deutschlandtrend im Auftrag von ARD/Tagesthemen und Tagesspiegel hat Infratest dimap vom 1. bis 3. August 1120 Wahlberechtigte befragt.

Knapp sieben Wochen vor der Bundestagswahl besteht nach wie vor eine große Kluft zwischen den Problemen, die die künftige Regierung zu bewältigen hat, und den Hoffnungen, die sich diesbezüglich mit den Parteien verbinden. Nur ein Viertel der Deutschen (23 Prozent) ist mit Rot-Grün zufrieden, eine Mehrheit (54 Prozent) glaubt jedoch auch nicht, dass eine Bundesregierung unter CDU/CSU-Führung eine bessere Politik zur Folge hätte. Dennoch verstärkt sich die Wechselstimmung. 47 Prozent meinen nun, die nächste Regierung sollte von der Union geführt sein. In der Vorwoche waren es nur 40 Prozent. Ebenfalls 40 Prozent meinen jetzt, auch die nächste Regierung solle SPD-geführt sein. In der Vorwoche waren es 37 Prozent. Allerdings sind 31 Prozent der Befragten noch nicht endgültig entschlossen, wie sie wählen werden.

39 Prozent halten eine große Koalition von Union und SPD für die beste Lösung, 29 Prozent befürworten Schwarz-Gelb, 14 Prozent Rot-Grün, 10 Prozent wollen Rot-Rot-Grün. Unter den Unionsanhängern sind allerdings zwei Drittel für eine Koalition ihrer Partei mit der FDP. Bei den SPD-Anhängern wird eine große Koalition (47 Prozent) dem Bündnis mit den Grünen (36 Prozent) vorgezogen. Kanzler Schröder baut den Vorsprung vor CDU-Chefin Merkel binnen Wochenfrist von vier auf neun Punkte aus: Bei einer Direktwahl bekäme er 48 Prozent, Merkel 39 Prozent.

In keinem anderen Politikfeld ist die Skepsis gegenüber der Politik so groß wie bei der Alterssicherung: 34 Prozent trauen in der Rentenpolitik keiner Partei etwas zu. Und das, obwohl der Handlungsdruck für die Politik groß ist: Neun von zehn Deutschen (89 Prozent) gehen davon aus, dass die gesetzlichen Renten im Alter nicht mehr ausreichen werden, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Trotzdem wird eine gesetzliche Pflicht zur zusätzlichen privaten Altersvorsorge nur von 55 Prozent befürwortet. Tsp

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