Politik : Weg vom Öl – US-Senat will Energiewende

Christoph von Marschall

Washington - Die US-Demokraten streben mit ihrer Kongressmehrheit eine Ökowende in der Energiepolitik an. Mit einem Gesetz, dessen Entwurf im Senat debattiert wird, wollen sie den Ölfirmen über die nächsten zehn Jahre rund 14 Milliarden Dollar an Steuervergünstigungen für Öl- und Gasförderung streichen und für die Förderung alternativer Energien wie Wind und Sonne sowie von nachwachsenden Biokraftstoffen verwenden. Bis 2020 sollen die Stromproduzenten 15 Prozent aus erneuerbaren Energien gewinnen. Zu dem Paket gehört auch eine Verschärfung der Vorschriften für den maximalen Flottenverbrauch der Autofirmen. Nach der heute geltenden Formel aus den 70er Jahren muss der Schnitt aller Modelle umgerechnet knapp unter zehn Liter auf 100 Kilometer liegen; bis 2020 soll er unter sieben Liter sinken.

Anders als in Europa ist der Klimawandel ein nachgeordnetes Motiv für die Energiewende. Hauptziel ist es, die USA weniger abhängig von ausländischem Öl zu machen. Die USA importieren heute ein Drittel ihrer Energie, Europa zwei Drittel. Die zugleich erzielte Reduzierung an Treibhausgasen ist ein willkommener Nebeneffekt. Umweltschützer wie Öllobbyisten kritisieren Teile des Entwurfs. Die vorgesehene Kohleverflüssigung sei umweltschädlich. Auch die Biokraftstoffe wie Ethanol aus Getreide und anderen Agrarprodukten seien nicht so sauber wie gerne behauptet. Die Umwandlung verbrauche viel Energie, ihre CO2-Bilanz werde künstlich schöngerechnet. Christoph von Marschall

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