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DER VORGÄNGER

CSU-Chef Horst Seehofer, der sich als Verbraucherminister nie wirklich wohlfühlte, hatte ein klares Konzept. Jung sollte sein Nachfolger sein, weiblich und ruhig ein wenig resolut. Der Stratege schielte auf das Wählerpublikum in den Städten. Aigner erfüllte alle Erwartungen. Dafür verzeiht ihr Seehofer auch kleine Eigenmächtigkeiten – wie die Zulassung der Genkartoffel Amflora. Wichtig vor allem: Die Frau kommt ihm machtpolitisch nicht in die Quere. Bei Seehofers zweiter „Erfindung“, Karl Theodor zu Guttenberg, ist das anders.

DER KRITIKER

Für Aigner ist er ein „selbsternannter Experte“. Dabei macht Thilo Bode der Ministerin im aktuellen Dioxinskandal gar keinen persönlichen Vorwurf. Sie sei „Gefangene eines System“, sagte der Chef der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch dem Tagesspiegel. Aigners Ressort sei als „Klientelministerium für die Ernährungswirtschaft und die Bauern“konzipiert. Und die Politik ihrer Vorgänger sei auch nicht besser gewesen.

DAS VORBILD

Sie sind befreundet, was angesichts der männerdominierten CSU nicht weiter überrascht. Immer mal wieder tauchen die beiden Frauen zusammen auf, zuletzt feierten Ilse Aigner und die Strauß-Tochter Monika Hohlmeier gemeinsam auf dem Münchner Oktoberfest. Allerdings hat Aigner ihr Vorbild politisch inzwischen überholt: Die ehemalige bayerische Kultusministerin und Vizeparteichefin muss inzwischen in Europa Karriere machen, nachdem sie 2008 nicht mehr in den Landtag gewählt wurde. Der Freundschaft habe das nicht geschadet, gibt Aigner zu Protokoll.

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