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Wegen Flüchtlingspolitik : Magdeburger Bürgermeister verlässt die SPD

Magdeburgs langjähriger Oberbürgermeister Lutz Trümper kehrt der SPD den Rücken. Er will sich in der Flüchtlingskrise "nicht den Mund verbieten" lassen.

Lutz Trümper, Oberbürgermeister von Magdeburg, ist wegen der Flüchtlingspolitik aus der SPD ausgetreten.
Lutz Trümper, Oberbürgermeister von Magdeburg, ist wegen der Flüchtlingspolitik aus der SPD ausgetreten.Foto: dpa

Im Streit über die Flüchtlingspolitik ist Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper aus der SPD ausgetreten. Er habe am Mittwochmorgen persönlich sein Parteibuch in der Parteizentrale abgegeben, zitierte die „Magdeburger Volksstimme“ den Politiker. Der Kommunalpolitiker - seit 2001 im Amt und seit 1990 SPD-Mitglied - hatte sich zuletzt für eine Begrenzung der Flüchtlingszahlen ausgesprochen und Äußerungen der SPD-Landesspitze zu dem Thema als realitätsfern kritisiert.

„Ich bin nicht bereit, mir den Mund verbieten zu lassen“

SPD-Stadtchef Falko Grube schrieb auf seiner Facebook-Seite, Trümper habe ihm gegenüber den Austritt mit unterschiedlichen Auffassungen innerhalb der Partei zur Flüchtlingspolitik begründet. Der Oberbürgermeister selbst sagte der „Magdeburger Volksstimme“, SPD-Landes- und Fraktionschefin Katrin Budde habe ihm am Dienstagabend gesagt, dass er mit seinen Äußerungen zur Flüchtlingspolitik sowohl der SPD als auch ihr als Spitzenkandidatin für die nächste Landtagswahl schade. Um Schaden von der SPD abzuhalten, trete er aus, sagte Trümper der Zeitung. „Ich bin nicht bereit, mir den Mund verbieten zu lassen.“

Sein Amt als Oberbürgermeister will Trümper weiterführen. Das sagte er am Mittwochabend vor Journalisten in Magdeburg. Wie er sie künftig regieren will, erläuterte er nicht näher. Den Eintritt in eine andere Partei schloss der 60-Jährige aus: „Ich bleibe ein sozialdemokratischer Mensch.“ Trümper bestätigte, dass parteiinterne Meinungsverschiedenheiten über die Flüchtlingspolitik ausschlaggebend für seinen Austritt aus der SPD waren. Er finde seit einem Jahr für seine Auffassung kein Gehör mehr in der Partei, sagte er. (dpa)


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