Politik : …Weglaufen sich lohnt

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Heute ist der Tag, an dem wir auf den Nikkei von gestern gucken. Ja, das ist mal was Handfestes. Ein wenig Orientierung kann schließlich nicht schaden, in diesen Zeiten, in denen hierzulande keiner mehr Verantwortung übernehmen will für garnix, nicht mal der Stoiber für das bisschen Außenpolitik, das da von RotGrün noch übrig gelassen wird, nach dem 18. September.

Ah, da ist er ja. Nein, nicht der Stoiber – der Nikkei! Das ist jetzt allerdings ein bisschen blöd. 1,06 Prozentpunkte gefallen. Na gut, das kann ja mal passieren. Muss nix heißen. Siebenschläferblues in Nippon, oder so.

Wir wollen uns nicht kirre machen lassen. Wie war doch immer die Devise? Ex oriente lux. Für Nicht-Lateiner: Achtung, jetzt geht’s lohos, wir sind schon da! Doch, das gilt noch. Gut, sie hatten einen kleinen Durchhänger, die Japaner, wirtschaftsmäßig gesehen, so in den 90ern. Aber wer hatte den nicht?

Und jetzt? Jetzt sind sie wieder da. Können vor Kraft kaum laufen. Und wenn sie keine Kraft mehr haben, dann laufen sie immer noch. Das ist das Geheimnis: Laufen, bis sie umfallen. Es ist allerdings mehr ein Weglaufen, so eine Art „Langes Weglaufen vor sich selbst“, falls mal jemand ein Buch darüber schreiben will.

Material genug gäbe es. Hier, bitte, schon mal ein Zitat von Tochiko Masutani, sie ist Reinigungskraft bei der Firma Kato Manufacturing: „Arbeiten tut mir gut. Zu Hause würde ich doch nur auf den Tod warten.“ Frau Masutani ist 82, und auch wenn wir sie nicht kennen, eines wissen wir ganz sicher: Sie ist mit ihrer Ansicht nicht allein. 41 Prozent der Japaner, hat eine Umfrage kürzlich ergeben, sagen, sie wollen lieber sterben als alt werden. 83 Prozent haben Angst vor Krankheiten und dem Verlust ihres Einkommens im Rentenalter.

Die ersten Japaner haben deshalb nun damit angefangen, das Unvermeidliche mit dem Nützlichen zu verbinden, getreu dem Motto: Wenn man schon das Altern im Rentenalter nicht verhindern kann, dann kann man immer noch die Renten weglassen. Bei Kato Manufacturing, zum Beispiel, haben sie neulich „motivierte Menschen über 60“ gesucht. Da war aber was los! Schlangen einmal um den Block. Halber Lohn, mehr Arbeitszeit – das Angebot war aber auch zu verlockend. Leider hatten nicht alle so viel Glück wie Frau Masutani.

So, und was ist jetzt mit dem Nikkei? Der wird schon wieder in die Höhe schießen, wenn demnächst über 90-Jährige für ein Viertel des Lohns arbeiten dürfen. Vbn

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