Politik : Weihnachtsbotschaft: Papst wendet sich gegen "Kultur des Todes"

Papst Johannes Paul II. hat in seiner Weihnachtsbotschaft die zunehmende Gewalt in der Welt beklagt. Besonders besorgt äußerte sich das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche über die Lage im Nahen Osten und die jüngste Welle der Gewalt in Indonesien. Der 80-jährige Papst, der sehr müde wirkte, rief auf dem Petersplatz in Rom am Montag vor Zehntausenden Gläubigen zu Frieden und Achtung der Menschenrechte in aller Welt auf und wandte sich gegen eine "Kultur des Todes". Anschließend sandte der Papst seine guten Wünsche zur Weihnacht in insgesamt 59 Sprachen aus, bevor er den traditionellen Segen "Urbi et Orbi" ("Der Stadt und dem Erdkreis") spendete. Millionen von Zuschauern verfolgten die Ansprache vor dem Fernseher, die direkt in rund 40 Ländern ausgestrahlt wurde.

Mit Nachdruck wandte sich Johannes Paul II. in seiner Weihnachtsansprache gegen die Euthanasie. Der Mensch dürfe sich nicht zum Herrn über Leben und Tod aufspielen oder ihn vorzeitig herbeiführen, "als sei man Schiedsrichter über das eigene Leben oder das anderer".

Der Papst sagte, die Welt sei heutzutage mit alarmierenden Zeichen einer Kultur des Todes konfrontiert, die eine ernste Gefahr für die Zukunft darstelle. Der Papst nannte insbesondere das Schicksal misshandelter und verlassende Kinder, die Vergewaltigung und Ausbeutung von Frauen, die Ausgrenzung von Menschen, endlose Ströme von Auswanderern und Flüchtlingen sowie Gewalt und Konflikte in vielen Teilen der Erde. In einer Anspielung auf Abtreibung und Sterbehilfe sprach der Papst von einer Bedrohung des Lebens in allen Stadien. Gefährdet sei das Leben besonders an seinem Anfang und an seinem Ende.

Am Dreikönigsfest am 6. Januar soll der Papst den offiziellen Abschluss des Heiligen Jahres 2000 der römisch-katholischen Kirche zelebrieren.

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