Politik : Weiße Farmer werfen Mugabe Apartheid vor

Harare - Simbabwes Oppositionsführer Morgan Tsvangirai will Präsident Robert Mugabe nun mit internationalem Druck zum Aufgeben zwingen. Er forderte den Internationalen Währungsfonds am Montag auf, für sein Land bestimmte Entwicklungshilfe von rund 1,3 Milliarden Euro so lange zurückzuhalten, bis Mugabe zurücktritt. Ein Gericht in Harare vertagte derweil die Entscheidung über einen Eilantrag der Opposition auf die unverzügliche Veröffentlichung der Ergebnisse der Präsidentenwahl auf Dienstag. Weiße Farmer beschuldigten die Regierungspartei Zanu-PF, eine „Apartheid“-Kampagne gegen sie zu führen.

Es sei Zeit für „starkes Handeln“, schrieb Tsvangirai in der britischen Zeitung „The Guardian“. Neben dem IWF forderte er auch Südafrika, Großbritannien und die USA auf, mehr Druck auf Mugabe auszuüben. Der noch amtierende Präsident begehe eine „politische Gewalttat“, indem er das Wahlergebnis zurückhalte. Tsvangirai hielt sich am Montag zu „privaten Gesprächen“ in Südafrika auf.

Die Entscheidung über den Eilantrag der MDC auf eine Veröffentlichung der Ergebnisse der Präsidentschaftswahl soll nach Angaben der Anwälte von Opposition und Wahlkommission nun am Dienstag fallen. Bis dahin wolle das Gericht in Harare von der Wahlkommission aufgeworfene Fragen klären, sagte Wahlkommissionsanwalt George Chikumbirike.

Die einzelnen Wahlergebnisse seien bereits seit einer Woche bekannt und vor jedem Wahlbüro ausgehängt worden, argumentierte die MDC bei einer vierstündigen Anhörung. Sie fürchtet, dass die von Mugabe ernannte Wahlkommission die Verzögerung nutzt, um die Ergebnisse zu fälschen. Oppositionsführer Tsvangirai hatte sich am Samstag unter Berufung auf MDC-Auszählungen zum Sieger der Präsidentenwahl erklärt und der Zanu-PF von Mugabe eine Koalitionsregierung angeboten. Aus der ebenfalls am 29. März abgehaltenen Parlamentswahl war Tsvangirais Partei laut Wahlkommission als Sieger hervorgegangen.

Die Gewerkschaft der letzten weißen Farmer im Land beschuldigte die Regierung, Angriffe auf ihre Betriebe zu organisieren. Mindestens 15 Farmen im Süden und Nordosten des Landes seien besetzt worden, sagte der Präsident der Bauerngewerkschaft, Trevor Gifford. AFP

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