• Weißes Haus vorübergehend abgeriegelt : Schüsse im US-Kapitol - Verdächtiger in Gewahrsam
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Weißes Haus vorübergehend abgeriegelt : Schüsse im US-Kapitol - Verdächtiger in Gewahrsam

Im Besucherzentrum des Kapitols in Washington D.C. sind am Ostermontag Schüsse gefallen. Der Verdächtige wurde gefasst. Es gibt keine Hinweise auf einen Terroranschlag.

Ein Polizeibeamter vor dem Kapitol in Washington D.C. Am Montag war es in dem Besucherzentrum des Gebäudes zu einem Schusswechsel gekommen.
Ein Polizeibeamter vor dem Kapitol in Washington D.C. Am Montag war es in dem Besucherzentrum des Gebäudes zu einem Schusswechsel...Foto: dpa

In der US-Hauptstadt Washington sind am Montag das Weiße Haus sowie das Kapitol nach einer Sicherheitswarnung abgesperrt worden. Im Kapitol schossen Sicherheitskräfte auf einen Verdächtigen und nahmen ihn anschließend fest. Das bestätigte der Polizeichef des Kapitols, Matthew Verderosa, in einer Pressekonferenz. Der Mann wurde ins Krankenhaus gebracht, wo er operiert wurde. Wie ein Polizeisprecher am späten Abend (Ortszeit) mitteilte, war sein Zustand kritisch, aber stabil. Er hatte versucht, durch die Sicherheitsvorkehrungen am Besucherzentrums des Kapitols zu gelangen. Als der Metalldetektor anschlug, zog der Mann eine Waffe. Laut Verderosa ist der Verdächtige der Polizei bekannt.

Den Angaben zufolge handelt es sich um einen 66-Jährigen aus Tennessee. Er hatte am Nachmittag versucht, durch die Sicherheitskontrolle zu gehen. Als die Metalldetektoren anschlugen, habe er die Waffe gezogen, sagte Verderosa. Wie viele Schüsse fielen oder wie viele Polizisten daraufhin auf ihn geschossen hätten, sei noch unklar. Entgegen diverser Medienberichte wurde kein Polizist angeschossen oder verletzt. Eine Frau wurde durch Kugelsplitter leicht verletzt. Auch sie wurde ins Krankenhaus gebracht.

Nach übereinstimmenden Berichten von US-Medien soll der 66-Jährige im vergangenen Oktober eine Sitzung des Repräsentantenhauses gestört haben. Er habe damals gerufen, er sei ein Prophet Gottes, hieß es in einem Bericht der Zeitung „USA Today“. Daraufhin habe er das Gelände des Kongresses nicht mehr betreten dürfen. Der Sender NBC News berichtete, der 66-Jährige habe sich in einem Brief als Pastor bezeichnet.

Es handele sich um einen Einzelfall, eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht, twitterte die Polizei in Washington D.C. Auch Hinweise auf einen Terroranschlag gäbe es nicht. „Aufgrund erster Ermittlungen gehen wir davon aus, dass das die Tat eines Einzelnen war, der sich schon früher auf dem Gelände des Kapitols aufgehalten hat“, sagte auch Polizeichef Verderosa später. „Wir haben keinen Grund anzunehmen, dass es mehr war als eine kriminelle Tat.“ Am Tatort sei eine Waffe sichergestellt worden. Polizisten untersuchten zudem das Auto des Verdächtigen, das in der Nähe gefunden wurde.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, hatten Angestellte in dem Gebäude eine E-Mail bekommen mit der Aufforderung, in den Büros zu bleiben und sich in Sicherheit zu begeben.

In einer internen Sicherheitswarnung des Kongresses hieß es, im Besucherzentrum seien Schüsse gefallen. Allerdings befindet sich der Kongress in der Osterpause. Ein AFP-Journalist berichtete, dass auch das Weiße Haus abgeriegelt worden sei.

Journalisten im Weißen Haus wurden aufgefordert, das Gebäude nicht zu verlassen, wie eine Reporterin der Deutschen Presse-Agentur berichtete. Die Abriegelung wurde wenig später aber wieder aufgehoben. Ein Senator teilte über den Kurznachrichtendienst mit, dass alle seine Mitarbeiter in Sicherheit seien. Er bedankte sich bei der Polizei für ihren Einsatz.

Das Besucherzentrum des Kapitols blieb zunächst geschlossen. Es soll Dienstag morgen wieder öffnen. (Tsp, dpa, rtr)


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