Weiterbildung : Privater Wissensdurst hält sich in Grenzen

Die Deutschen nutzen Weiterbildung vor allem für die Karriere. Im privaten Bereich werden Bildungsangebote nur selten wahrgenommen. Der Verband "Weiterbildung Hamburg" sorgt sich insbesondere um Rentner.

HamburgDie Deutschen nutzen Angebote zur Weiterbildung vor allem, um beruflich voranzukommen. Das ist ein Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die der Dachverband "Weiterbildung Hamburg" vorlegt hat. Knapp jeder Dritte der Befragten hat demnach innerhalb der letzten zwölf Monate an innerbetrieblichen Weiterbildungsangeboten teilgenommen, jeder Fünfte ließ sich außerbetrieblich schulen. Dagegen gab nur knapp jeder Sechste an, im gleichen Zeitraum Sprach-, Kunst-, Kulturkurse oder andere allgemeine Bildungsangebote wahrgenommen zu haben. Das illustriere den "besonders großen Nachholbedarf" bei der nicht berufsorientierten Weiterbildung, erklärte eine Verbandssprecherin.

Das geringste Interesse an Weiterbildung äußerten in der Umfrage die Senioren. Mehr als jeder Zweite der Befragten im Alter ab 60 Jahren unternehme nichts, um im Leben weiter dazuzulernen. Diese Zahl gebe vor allem vor dem Hintergrund des demografischen Wandels zu denken, erklärte der Verband, in dem sich etwa 200 Anbieter für Erwachsenenbildung zusammengetan haben. "Wer auch als Rentner weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilhaben will, muss auf dem Laufenden bleiben." Insgesamt brauche die Gesellschaft wissensdurstige Menschen, erklärte der Verband mit Blick auf den bundesweiten 1. Weiterbildungstag, der am Freitag unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler stattfindet. (mit AFP)

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