Politik : Weitere Arbeitssklaven in China befreit

Peking - Der Skandal um Sklavenarbeiter in Ziegeleien und illegalen Bergwerken der Volksrepublik China nimmt einem staatlichen Medienbericht zufolge immer erschütterndere Ausmaße an. Bis zum Sonntag seien in den Provinzen Shanxi und Henan 568 verschleppte Menschen, darunter zahlreiche Kinder und geistig Behinderte, befreit und 169 mutmaßliche Mitglieder von Menschenhändlerbanden festgenommen worden.

Unter Berufung auf die Polizei meldete Xinhua, allein in der Provinzhauptstadt Henans, Zhengzhou, habe die Polizei fünf Menschenhändlerbanden zerschlagen. Fernsehbilder aus Henan zeigten versklavte Arbeiter einer Ziegelei nach ihrer Freilassung, viele von ihnen zu schwach und krank zum Laufen. Ein Reporter berichtete: „Sie alle wurden mit Ziegeln und Stöcken verprügelt, sieben von ihnen sind schwer verletzt – mit Beinbrüchen und Ähnlichem.“ Keiner der Arbeiter sei bezahlt worden. Insgesamt rechnete die Polizei damit, dass mehr als 1000 Menschen versklavt wurden. Der Zeitung „Beijing Youth Daily“ zufolge wurden viele der Kindersklaven von den Straßen entführt und für 500 Yuan (rund 45 Euro) an die Unternehmen verkauft.

Verstrickt in den Skandal sind nach Medienberichten auch Mitglieder der örtlichen Behörden und der Kommunistischen Partei. Die Regierung in Peking setzte Sonderermittler ein. AFP

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