Politik : Weiterer Truppenabzug aus dem Westjordanland verzögert sich

Jerusalem/Gaza (AFP/AP). Israel hat die nächste Etappe seines Truppenabzugs aus dem Westjordanland verschoben und damit erneut Spannungen mit den Palästinensern provoziert. Regierungschef Ehud Barak wolle die Position von Palästinenserpräsident Jassir Arafat bei seinem Besuch in den USA in dieser Woche abwarten, bevor er die Entscheidung über die Abzugsgebiete treffe, teilte sein Büro mit. Laut Barak findet in den USA möglicherweise auch ein Dreiertreffen zwischen ihm, Arafat und US-Präsident Bill Clinton statt, wie der Rundfunk meldete. Die Palästinenser verurteilten den Aufschub am Sonntag als "Vertragsbruch". Israel hat nach eigener Auffassung laut Friedensabkommen von Scharm el Scheich das Recht, die für Donnerstag geplante Räumung von 6,1 Prozent des Gebietes um drei Wochen zu verzögern. Der israelische Außenminister David Levy betonte jedoch, dass für die Regierung eine Friedensregelung mit den Palästinensern noch wichtiger sei als ein Abkommen mit den Syrern.

Israelische Kampfflugzeuge griffen unterdessen am Sonntag den dritten Tag in Folge Ziele im Süden Libanons an. Aus libanesischen Sicherheitskreisen verlautete, bei der Serie von Angriffen seien 16 Raketen abgeschossen worden. Die israelischen Hubschrauber und Flugzeuge trafen sechs Ziele nördlich der Stadt Nabatijeh, in denen Stellungen der schiitischen Hisbollah-Miliz und der prosyrischen Rebellengruppe Amal vermutet werden. Ein israelischer Militärsprecher teilte mit, die Flugzeuge seien zu ihren Stützpunkten zurückgekehrt. In Jerusalem bestätigte das israelische Militär die Angriffe. Ein Sprecher erklärte jedoch, es habe sich nicht um eine Angriffserie, sondern um einen Angriff auf mehrere Ziele gehandelt.

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