Politik : Welpen vom Staatschef

Präsident Putin stellte sich den Fragen von Bürgern. Die interessierten sich auch für Privates

Elke Windisch[Moskau]

Der Zeitpunkt der Ankündigung war gut gewählt. Millionen Russen saßen vor den Fernsehschirmen, als Staatschef Wladimir Putin seine Kandidatur bei den Präsidentenwahlen am 14. März bekanntgab. Seine landesweit ausgestrahlte Bürgersprechstunde wurde wie schon in den Vorjahren generalstabsmäßig organisiert und militärisch straff durchgezogen.

Zwei staatsnahe überregionale TV-Sender und zwei staatliche Hörfunkprogramme übertrugen live das Frage- und Antwortspiel, das über zweieinhalb Stunden dauerte. Zugeschaltet waren neun größere und kleine Städte in den wichtigsten Regionen des Landes sowie die Soldaten der russischen Luftwaffenbasis Kant in der Ex-Sowjetrepublik Kirgisien.

Fragen an Putin nahmen seit Sonntag 100 Telefonistinnen und mehrere hundert Anrufbeantworter in einem eigens geschaffenen Informationszentrum entgegen. Von dieser Möglichkeit machten über anderthalb Millionen Menschen Gebrauch. Eine halbe Million Fragen ging per Internet ein. Am aktivsten waren Rentner, junge Mütter und Soldaten. Jede zweite Frage betraf soziale Probleme. Das vergangene Jahr sei für ihn persönlich, aber auch für das Land ein schweres gewesen, sagte Putin – um dann aber auf Erfolge wie das Wirtschaftswachstum zu verweisen.

Gleich mehrere Bürger wollten wissen, ob sie einen der Welpen haben könnten, die am Tag der Parlamentswahl im Hause Putin geboren wurden. Öffentlich festlegen wollte sich der Präsident hier jedoch nicht.

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