Politik : Welt-Aids-Tag: Russland: Risiko Droge

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Wadim Pokrowskij, der Koordinator der russischen Aidsforschung, fand deutliche Worte: Wenn der gegenwärtige Trend anhält, werde das Land in nur zwei Jahren eine Million, in fünf sogar 5 Millionen Infizierte haben.

Die Fakten geben ihm Recht: Laut offizieller Statistik gab es in Russland 1987 ganze 24 HIV-Infizierte. Zehn Jahre später waren es 4410, per 1. November dieses Jahres bereits 69 120. Die offizielle Zuwachsrate, für deren Berechnung nur die positiven HIV-Tests zu Grunde gelegt werden, beläuft sich momentan auf etwa 1000 wöchentlich. Nach Meinung von Pokrowskij liegt die Dunkelziffer um ein Vielfaches höher. 320 Menschen, davon 92 Kinder, starben im letzen Jahr an der Immunschwächekrankheit.

Besonders hoch ist die Durchseuchung bei Jugendlichen. Doch während weltweit 70 Prozent der Infektionen durch sexuelle Kontakte zu Stande kommen, wird der Virus in Russland zu über 90 Prozent durch Drogenkonsum übertragen. Die Mehrheit der Süchtigen beendet ihre Kiffer-Karriere mit Spritzen - weil injizierbarer Stoff am billigsten ist.

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