Politik : Welt empört: Iran will Israel vernichten

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Berlin Der Aufruf des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad zur Vernichtung Israels ist weltweit auf Empörung gestoßen. Die 25 EU-Staats- und Regierungschefs verurteilten am Donnerstag die Äußerungen „auf das Schärfste“. Deutschland und zahlreiche weitere EU-Staaten bestellten die diplomatischen Vertreter Irans in die Außenministerien ein. Auch Russland, das Teheran bislang in der Diskussion um das iranische Atomprogramm verteidigt hatte, verurteilte die Aufforderung des iranischen Präsidenten. Israel forderte den Ausschluss Irans aus den Vereinten Nationen. Die Bundesregierung bestellte den iranischen Geschäftsträger in Deutschland ein und unterstrich, die Äußerungen seien „völlig inakzeptabel und auf das Schärfste zu verurteilen“. Das ist die schärfste Form der Zurückweisung.

In dem Beschluss des EU-Gipfels heißt es, mit diesen Äußerungen würden Befürchtungen über Irans Rolle in der Region sowie seine künftigen Bestrebungen genährt. Aufrufe zur Gewalt oder gar zur Zerstörung eines anderen Staates seien „unvereinbar“ mit den Ansprüchen an ein verantwortliches Mitglied der Völkergemeinschaft und könnten unter keinen Umständen akzeptiert werden. Ahmadinedschad hatte auf einer Konferenz mit dem Titel „Die Welt ohne Zionismus“ befürwortet, Israel von der Landkarte zu tilgen.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, sagte dem Tagesspiegel, nun seien neue Angriffe von Extremisten auf jüdische Gemeinden zu befürchten. Die Äußerung Ahmadinedschads ziele auf die „Auslöschung Israels“, was durch das iranische Atomprogramm ein besonderes Gewicht erhalte. Spiegel schloss sich dem Protest gegen den für Samstag in Berlin geplanten so genannten Al-Quds-Tag (Jerusalem- Tag) an. Dann wollen Extremisten für die „Befreiung Jerusalems und die Vernichtung Israels“ demonstrieren. Tsp

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