Politik : Welt-Plan gegen Armut

EU kündigt in Johannesburg Initiative für erneuerbare Energie an

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Johannesburg. Der Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg hat am Mittwoch ein Aktionsprogramm verabschiedet, mit dem die Armut bekämpft und die Umwelt geschützt werden soll. Nach zehn Tagen zum Teil hitziger Debatten einigten sich die Regierungen von mehr als 190 Staaten darauf, die Wasser- und Abwasserversorgung weltweit zu verbessern, mehr Menschen einen Stromanschluss zu ermöglichen und den Verlust der Arten aufzuhalten. Zuvor hatte die EU, unterstützt von rund 20 weiteren Staaten vor allem aus Lateirika, eine eigene Initiative zur Förderung erneuerbarer Energien angekündigt, weil sie mit dem Abschlussdokument des Gipfels unzufrieden ist.

Der US-Außenminister Colin Powell beteuerte bei seinem Auftritt in Johannesburg, sein Land bekämpfe den Klimawandel entschieden. Powell hatte Mühe, seine Rede überhaupt zu halten. Denn seine Kritik an Regierungen, die rechtsstaatliche Prinzipien missachteten und ihre Bevölkerung damit an den Rand des Verhungerns brächten, löste im Saal vor allem bei den afrikanischen Vertretern Proteste aus. Der Angriff richtete sich offenkundig gegen den Präsidenten Simbabwes, Robert Mugabe. Powell fügte hinzu, er könne den Widerstand einiger Staaten gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel nicht nachvollziehen, schließlich liege darin die Lösung gegen den Hunger.

Doch auch bei den Umweltschützern machte sich der US-Außenminister keine Freunde. Sie entrollten ein Transparent mit dem Wort „Betrug“, als Powell die Klimaschutzpolitik seiner Regierung lobte. Fast alle Regierungen hatten während des Weltgipfels die Weigerung der USA, das Klimaschutz-Abkommen von Kyoto zu ratifizieren, heftig kritisiert. Dagmar Dehmer

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