Weltaidstag : Bund will Aids-Aufklärung verstärken

Anlässlich des Weltaidstages hat die Bundesregierung angekündigt, die Aids-Prävention zu verstärken. Die Zahl der Neuinfektionen stieg in Deutschland zuletzt wieder an.

Berlin - Der Parlamentarische Staatssekretär im Gesundheitsministerium, Rolf Schwanitz (SPD), sagte im Bundestag, dass künftig mehr für die Aids-Aufklärung getan werde. Offenbar müsse man bei jeder neuen Jugendgeneration wieder tätig werden. Hauptbetroffene seien aber weiter homosexuelle Männer. Hier gebe es eine größere Risikobereitschaft und eine "gewisse Präventionsmüdigkeit", beklagte Schwanitz. Für Februar 2007 kündigte Schwanitz einen Aktionsplan zur Aids-Prävention an. Im Haushalt 2007 des Gesundheitsministeriums stehen für die Aids-Aufklärung 12,2 Millionen Euro zur Verfügung. Das sind drei Millionen Euro mehr als in den Vorjahren.

Redner aller Fraktionen unterstrichen ebenfalls die Notwendigkeit einer verstärkten Aufklärung. Allerdings wurden Meinungsunterschiede bei der Art der Prävention, Aufklärung und Behandlung deutlich. Union und SPD forderten die Bundesregierung auf, die Zusammenarbeit mit osteuropäischen Staaten unter Federführung des Gesundheitsministeriums zu bündeln. Die bisherigen Präventionsansätze müssten überprüft werden. An "Orten sexueller Begegnung" müssten kostenlos Kondome und Gleitmittel sowie Informationen über sichere Sexpraktiken bereitgestellt werden.

Neuerkrankungen steigen wieder

Die Grünen forderten, die Kürzungen in den Etats von Ländern und Gemeinden müssten zurückgenommen werden. Positiv gewürdigt wurde die Mittelaufstockung im Etat des Bundesgesundheitsministeriums.

Der SPD-Abgeordnete Wolfgang Wodarg wies darauf hin, dass die über Jahre gleich gebliebene Zahl von jährlich rund 2000 Neuerkrankten zuletzt wieder um 13 Prozent gestiegen sei. Er nannte den Einsatz der skandinavischen Länder gegen die Krankheit vorbildlich.

Angesichts der HIV/Aids-Epidemie in Afrika und Asien verlangte Monika Knoche, Abgeordnete der Linken, mehr Engagement gegen die Krankheit auch im Rahmen der Entwicklungspolitik. Die Grünen-Abgeordnete Ute Koczy wies darauf hin, dass sich der größte Teil der Betroffenen die zu teuren Medikamente nicht leisten könne. Die Pharmaindustrie müsse ihre Forschung intensivieren.

Weltweit leben nach jüngsten Angaben der Vereinten Nationen zurzeit rund 40 Millionen Menschen mit dem Virus. "Trotz weltweiter Informationskampagnen sterben in jeder Minute 8 Menschen an Aids", sagte die SPD-Europaabgeordnete Lissy Gröner in Nürnberg. (tso/ddp/dpa)

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