Weltbank-Affäre : Wolfowitz beschuldigt die Medien

Der scheidende Weltbank-Präsident Paul Wolfowitz hat die nach seinen Worten aus dem Ruder geratene Debatte über die umstrittene Beförderung seiner Lebensgefährtin für seinen Rücktritt verantwortlich gemacht.

London - Er habe sich zu seinem Rücktritt entschlossen, weil die "Emotionen bereits so übergekocht" gewesen seien, dass er seine Politik für die "Menschen, die mir wirklich wichtig sind", nicht mehr hätte durchsetzen können, sagte Wolfowitz in einem BBC-Interview, das am Montag ausgestrahlt werden sollte.

Auf seine Beziehung zum Weltbank-Personal und deren Rücktrittsforderungen an ihn wollte sich der Vertraute von US-Präsident George W. Bush nicht äußern. Die Vorgänge sagten mehr aus über die Medien als über die Bank selbst, sagte er: "Die Leute reagierten auf ein ganzes Bündel fehlerhafter Erklärungen, und zu dem Zeitpunkt, an dem wir uns den halbwegs akkuraten Informationen annäherten, spielten die Passionen bereits verrückt". Er gehe mit dem Gefühl, viel für die Bank erreicht zu haben.

Auf die Frage, ob der künftige Weltbank-Chef der Tradition folgend wieder aus den USA kommen sollte, äußerte sich Wolfowitz ausweichend. Er denke, es müsse etwas dagegen unternommen werden, dass die afrikanischen Staaten so unterrepräsentiert blieben, sagte er der BBC: "Wir müssen uns stärker gemeinsam bemühen, dass Afrikas Stimmen innerhalb des Weltbank-Personals deutlicher gehört werden". Wolfowitz hatte sich Mitte Mai erst nach langem Zögen und auf internationalem Druck hin bereit erklärt, sein Amt zum 30. Juni niederzulegen. (tso/AFP)

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