Weltbank-Chef : Schonfrist für Wolfowitz

Der wegen mutmaßlicher Vetternwirtschaft in die Kritik geratene Weltbank-Chef Paul Wolfowitz hat eine Woche Aufschub erhalten. Bis nächsten Freitag muss er sich zu den Vorwürfen äußern.

Washington - Das Direktorium der Weltbank erklärte, Wolfowitz habe darüber hinaus die Möglichkeit, seine Sichtweise bei einer Sitzung des Direktoriums am kommenden Dienstag vorzutragen. Der eigens gegründete Ethikausschuss der Weltbank hatte festgestellt, dass Wolfowitz sich nicht an die Vorschriften gehalten habe - und ihm zunächst eine Frist bis zum Dienstag dieser Woche für eine Stellungnahme gesetzt. Laut "New York Times" hatten die meisten Mitglieder des Ethikausschuss Wolfowitz' Rücktritt gefordert. Die Fristverlängerung wurde von Wolfowitz beantragt.

Der Weltbank-Chef war in die Kritik geraten, weil er seiner Lebensgefährtin Shaha Riza eine Gehaltserhöhung von 60.000 Dollar (rund 44.000 Euro) im Jahr sowie einen Beförderungsanspruch bewilligt hatte. Um einen Interessenkonflikt zu vermeiden, wurde Riza ins US-Außenministerium versetzt, nachdem Wolfowitz im Juni 2005 den Vorsitz der Weltbank übernommen hatte. Sie wurde aber weiterhin von der Weltbank bezahlt. (tso/AFP)

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar