Politik : Welternährung: Der Hunger wird schwinden

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Die Zahl der unterernährten Kinder wird trotz des Bevölkerungswachstums weltweit in den nächsten 20 Jahren zurückgehen. Etwa 132 Millionen Minderjährige - ein Fünftel weniger als heute - werden im Jahr 2020 nicht genug zu essen haben. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das International Food Policy Research Institute (IFPRI) in Washington am Dienstag vorstellte.

In dem Bericht heißt es, es werde große regionale Unterschiede geben. Während in Lateinamerika in 20 Jahren kein Heranwachsender mehr an Unterernährung leiden und die Zahl hungernder Kinder in China sich halbieren wird, steigt sie in Afrika südlich der Sahara um 18 Prozent auf dann 39 Millionen an. Kaum Verbesserung erwarten die Forscher auch für Indien, wo heute rund ein Drittel der weltweit etwa 166 Millionen unterernährten Kinder lebt. Der langsam verschwindende Hunger wird vor allem besseren Anbaumethoden, einem langsamer als bisher verlaufenden Bevölkerungswachstum und dem Ausbau des internationalen Handels zugeschrieben.

Die Situation der Kinder im südlichen Afrika ließe sich wesentlich verbessern, so die Autoren der Studie, wenn die dortigen Regierungen Bauern in der Nutzung moderner Anbaumethoden unterwiesen, mehr Straßen bauten und Geld für Trinkwasserversorgung und Bildung bereitstellten. Generell befürworten die Forscher eine Liberalisierung des Handels, vor allem sollen Zollschranken abgebaut und Subventionen in der Landwirtschaft vermieden werden.

Bereits 1999 kam das IFPRI in einer Studie zur Zukunft der Welternährung zu dem Schluss, dass sich die Fleischnachfrage bis zum Jahr 2020 verdoppeln, die nach Getreide um 40 Prozent steigen werde. Mit Hilfe der Biotechnologie könne sie befriedigt werden. "Es wird auch künftig hungernde Menschen geben", sagte Generaldirektor Per Pinstrup-Andersen, "wir haben aber auch die Technologien, um die weltweite Nachfrage nach Nahrungsmitteln zu decken."

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