Welternährungskonferenz : USA sagen dem Hunger den Kampf an

Trotz weltweiter Rekorde in der Getreideproduktion steigen die Zahlen der Unterernährten und Hungernden weiter. Auf der UN-Welternährungskonferenz wird Hilfe versprochen. Kritiker befürchten, dass es dabei bleibt.

Madrid Mit einem Aufruf zu mehr Anstrengungen im Kampf gegen den Hunger ist am Montag die Welternährungskonferenz der Vereinten Nationen in Madrid eröffnet worden. US-Außenministerin Hillary Clinton wies in einer Video-Botschaft an die Teilnehmer darauf hin, dass die Bekämpfung des Hungers zu den Prioritäten des neuen Präsidenten Barack Obama gehöre. "Wir versprechen den Bürgern der armen Länder, dass wir in diesem Kampf an ihrer Seite stehen werden", sagte sie.

Der Generaldirektor der Welternährungsorganisation (FAO), Jacques Diouf, betonte, das Problem des Hungers habe sich verschärft, obwohl die weltweite Getreideproduktion im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis erzielt habe. Die Zahl der Unterernährten und Hungernden in aller Welt sei 2008 um 40 Millionen auf 963 Millionen gestiegen. Die Hilfen für Landwirtschaft und Viehzucht seien auf drei Prozent der weltweiten Entwicklungshilfen gesunken. Im Jahr 1980 habe dieser Anteil noch bei 18 Prozent gelegen.

Keine Hilfszusagen auf der Tagesordnung

Die Konferenz in der spanischen Hauptstadt ist ein Folgetreffen des Welternährungsgipfels vom Juni 2008 in Rom. An dem zweitägigen Treffen nehmen Minister und Regierungsbeamte aus etwa 95 Staaten teil. Sie wollten eine weltweite Allianz für den Kampf gegen den Hunger schließen und einen Zeitplan für die Bekämpfung der Unterernährung verabschieden. Hilfszusagen von Geberstaaten standen nicht auf der Tagesordnung.

Hilfsorganisationen warnten auf einer Kundgebung davor, dass die Konferenz zu einer "Farce" zu werden drohe. Sie beklagten das Fehlen koordinierter Programme der reichen Länder zum Kampf gegen den Hunger. "Die Welternährungskonferenz darf nicht zu leeren Versprechungen führen, die am Ende nicht eingehalten werden", sagte José Antonio Hernández, Sprecher der Organisation Intermón Oxfam. "Dies war schon beim Gipfel in Rom der Fall gewesen." (mpr/dpa)

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