Welternährungstag : Köhler: Kluge Politik kann Hunger überwinden

Mit vorausschauender Politik kann nach Ansicht von Bundespräsident Köhler der Hunger in der Welt bezwungen werden. Vor allem die Industriestaaten hätten bei ihrer Hilfe aber in den vergangenen Jahrzehnten viele Fehler gemacht.

RomBundespräsident Horst Köhler hat dazu aufgerufen, den Hunger in der Welt durch eine "kluge Politik" zu überwinden. "Dafür brauchen wir in unserer globalisierten Welt eine ehrliche, verlässliche und auf Partnerschaft fußende Entwicklungspolitik für den ganzen Planeten", sagte Köhler zum diesjährigen Welternährungstag vor der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (Fao) in Rom. Diese Politik könne die Voraussetzungen für wirksame Hilfe zur Selbsthilfe und für eine nachhaltig gesicherte Ernährung im Süden schaffen.

Oberstes Ziel müsse "eine Grundversorgung mit Nahrungsmitteln vor Ort und aus der Region" sein, forderte der Bundespräsident. Viel zu oft hätten sich Planer auf ehrgeizige Industrialisierungsstrategien und auf prestigeträchtige Großprojekte konzentriert.

Köhler: Industriestaaten mitschuld an Monokulturen

"Leider wurden in der Vergangenheit bei der Entwicklung der Landwirtschaft in den Entwicklungsländern viele falsche Weichen gestellt", sagte Köhler. Auch Europa sei daran beteiligt gewesen, "weite Teile der Landwirtschaft in den Entwicklungsländern auf Monokulturen für den Export umzustellen". Nahrungsmittelhilfe solle auch nicht dazu dienen, Agrarüberschüsse der Industrieländer "dauerhaft in Entwicklungsländern unterzubringen". Im Kampf gegen den Hunger lasse sich im übrigen vieles allein schon durch eine bessere Koordination der UN-Bemühungen erreichen, mahnte Köhler.

Zum Motto "Recht auf Nahrung" des diesjährigen Welternährungstages sagte Fao-Generaldirektor Jacques Diouf, der Planet produziere genug Nahrung für die gesamte Bevölkerung. Und dennoch hungerten an diesem Tag 854 Millionen Frauen, Männer und Kinder. Das "Recht auf Nahrung" sei bereits 1948 in der UN-Menschenrechtserklärung anerkannt worden. Es sei jetzt an der Zeit, dieses Recht zu verwirklichen, sagte Diouf. (mit dpa)

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