Weltklimabericht : Die Welt ist noch zu retten - und das ist gar nicht so teuer

Noch ist das Klima zu retten, sagen die Experten des IPPC in ihrem Bericht. Aber je länger es dauert, den globalen Treibhausgasausstoß zu senken, umso schwieriger wird es. Dabei wäre es gar nicht so teuer.

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Zwei Kajakfahrer vor einem Eisberg im Fjord von Narsq in Grönland.
Zwei Kajakfahrer vor einem Eisberg im Fjord von Narsq in Grönland.Foto: dpa

Es gibt viele Wege, die globale Erwärmung in einem noch beherrschbaren Rahmen zu halten. Aber je länger es dauert, den globalen Treibhausgasausstoß zu senken, desto schwieriger und teurer wird es, das Ziel zu erreichen: unter zwei Grad Erwärmung im Vergleich zum Beginn der Industrialisierung zu bleiben. Schon jetzt ist das nur dann noch möglich, „wenn alle emissionsmindernden Technologien zur Verfügung stehen“, sagte Ottmar Edenhofer vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Leiter der Arbeitsgruppe des Weltklimarats (IPCC), der am Sonntag in seinem dritten Teilbericht Handlungsmöglichkeiten für die Klimapolitik vorlegte.

Wo steht der internationale Klimaschutz?

Ottmar Edenhofers Beschreibung der Realität ist ziemlich ernüchternd. Trotz der Wirtschaftskrise nach 2008 und trotz weltweiter Anstrengungen in der Klimapolitik „steigen die Treibhausgasemissionen schneller als in den Jahrzehnten zuvor“. Zwischen 2000 und 2010 hat das Tempo dieser Steigerung noch einmal dramatisch zugenommen. „Das Bevölkerungs-, vor allem aber das Wirtschaftswachstum haben die Effizienzfortschritte überkompensiert.“

Und noch beunruhigender: „Die Weltwirtschaft wird wieder kohlenstoffhaltiger.“ Die Kohle erlebe weltweit eine Renaissance, berichtet Edenhofer. Übrigens auch als Folge des Schiefergasbooms in den USA, wo derzeit mehr Gas und weniger Kohle verfeuert wird. Selbst in den USA mit derzeit niedrigen Gaspreisen „ist die Kohleverstromung wettbewerbsfähig“, sagt er.

Ändert sich nichts, steuert die Welt bis 2100 auf ein Klima zu, das 3,7 bis 4,8 Grad wärmer sein wird als im Jahr 1750. In den vergangenen 20 Jahren, seit die Welt über die Klimarahmenkonvention versucht, das Problem in den Griff zu bekommen, hat sich die Verteilung der Treibhausgasemissionen stark verändert. Die Grafik zeigt diese Verschiebung zwischen Entwicklungsländern, die weiterhin nur sehr wenige Treibhausgase emittieren, über langsam wachsende Länder wie etwa die nordafrikanischen Staaten, über die Schwellenländer wie China, Brasilien, Russland bis hin zu den Industriestaaten. Diese Grafik hat es zwar am Ende nicht in die Zusammenfassung für Politiker geschafft, die am Samstagmorgen um 7.30 Uhr erst abgeschlossen war, obwohl die Verhandlungen eigentlich am Freitagabend hätten abgeschlossen werden sollen. Aber in der Technischen Zusammenfassung und im Bericht selbst ist diese Grafik enthalten. Die darin enthaltene Botschaft, dass auch Schwellenländer zum Klimaschutz beitragen müssen, ist politisch nach wie vor sehr umstritten.

Was kostet die Rettung des Klimas?

„Nicht sehr viel“, findet der Klimaexperte der Umweltstiftung WWF, Stephan Singer. Ottmar Edenhofer hat die Kosten als um jährlich 0,06 Prozentpunkte verzögertes globales Wachstum beschrieben. Die verschiedenen Szenarien – der Weltklimarat hat 900 berücksichtigt – enthalten aber auch viel höhere Kosten, wenn die Treibhausgasemissionen erst 2030 zu sinken beginnen. Die Kostenschätzungen enthalten übrigens nur die Kosten für den  Klimaschutz, nicht die Vorteile, die er zusätzlich erbringt, etwa dadurch, dass die Luft in Peking oder anderen vom Smog gequälten Metropolen besser wird. Es fehlen auch die Vorteile, die sich aus einer sicheren Energieversorgung durch eigene erneuerbare Energien und weniger Importe ergeben. Was auch fehlt, sind die Kosten für das Nicht-Handeln.

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