Weltklimakonferenz : UN fordert Milliarden für Klimaschutz in den Entwicklungsländern

Der Klimawandel geht in erster Linie auf das Konto der Industriestaaten. Doch auch die Entwicklungsländer müssen ihren Beitrag leisten, um die Erderwärmung zu stoppen. Das kostet Geld. Die UN verlangt daher Milliarden-Unterstützung von den Industrieländern.

OsnabrückBeim Klimaschutz müssen die Industriestaaten die Entwicklungsländer nach Ansicht der Uno mit Milliarden unterstützen. Der Leiter des Uno-Umweltprogramms Unep, Achim Steiner, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", schließlich sei der Klimawandel bislang vor allem von Industrieländern verursacht worden. "Die fünf bis sechs Milliarden US-Dollar, die derzeit der Weltbank als Klima-Investitionsfonds zur Verfügung gestellt werden, reichen sicher nicht", sagte er.

Zumindest für eine bestimmte Phase seien jährlich rund 80 Milliarden Euro notwendig. Ein solcher Betrag sei gerechtfertigt, "wenn wir mit Investitionen in dieser Größenordnung einer globalen Klimapolitik 2009 in Kopenhagen zum Erfolg verhelfen können". Den Weg dorthin soll die zweiwöchige Weltklimakonferenz ebnen, die am Montag im polnischen Posen beginnt.

EU kann sich Rückschritt in Klimapolitik nicht leisten

Angesichts des noch immer nicht geschnürten EU-Klimapakets sagte Steiner, es gebe Bestrebungen von einigen Regierungen und vor allem der energieintensiven Industrie, die EU-Klimaziele aufzuweichen. Europa könne sich einen solchen Rückschritt aber allein unter Wettbewerbsgesichtspunkten nicht leisten. Die EU müsse neuen Akteuren und Technologien eine zentrale Rolle zuweisen. "Es ist der falsche Weg, dass allein diejenigen, die heute mit ihren legitimen, aber letztlich unternehmenspolitischen Interessen unsere Volkswirtschaft prägen, auch unsere Zukunftsoptionen definieren", sagte Steiner.

Die Mittel für die Bewältigung der gegenwärtigen Finanzkrise dürften nicht allein gebunden werden, um die bestehenden Wirtschaftssektoren des 20. Jahrhunderts zu stabilisieren, mahnte Steiner. Gefragt seien Investitionen in die Wirtschaft von morgen. Schon heute erzeugten allein Photovoltaik, Solarprodukte, Windenergie und Energieeffizienz Milliardenumsätze. (nis/ddp/AFP)

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