Politik : Weltklimarat:  Erneuerbare genügen fast

Abu Dhabi - Der Großteil des weltweiten Energiebedarfs kann nach Einschätzung des Weltklimarats (IPCC) bis zum Jahr 2050 aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden. Wenn es den politischen Willen dazu gebe, könnten drei Viertel des Bedarfs durch Energie aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse gewonnen werden, heißt es im Entwurf eines Berichts des IPCC, der am Montag in Abu Dhabi vorgestellt werden soll.

Unter der Maßgabe, dass der Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen reduziert werden soll, analysierte die zwischenstaatliche Expertengruppe in ihrer Untersuchung das Potenzial sauberer Energie. Dazu spielte sie 164 Szenarien durch. Das ehrgeizigste Szenario war dabei das Vorhaben, bis 2050 den Energiebedarf zu drei Vierteln aus erneuerbaren Energien zu decken. Die größten Hindernisse seien dabei die staatliche Förderung der Energiegewinnung durch fossile Brennstoffe und das Fehlen von adäquaten Strukturen zur Entwicklung neuer Technologien, heißt es in dem Entwurf.

„Um die internationalen Ziele zur Reduzierung der Treibhausgase zu erreichen, ist eine tiefgreifende Reform unserer energetischen Systeme notwendig“, schreiben die UN-Experten. Nötig seien dafür im kommenden Jahrzehnt zwischen 1,4 und 5,1 Billionen Dollar (eine bis 3,6 Billionen Euro). Zwischen 2021 bis 2030 müssten noch einmal bis zu 7,2 Billionen Dollar für die Förderung alternativer Energien aufgewendet werden.

Am Donnerstag hat in Abu Dhabi der Streit über die Kurzfassung des Berichts begonnen. Zu der auf vier Tage angesetzten Konferenz waren Vertreter von mehr als 100 Staaten eingeladen. Zudem sollte dort der Bericht verabschiedet werden. Die Kurzfassung wird am Montag in Abu Dhabi vorgestellt, der Gesamtreport am 16. Mai in Berlin. AFP/dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar