Weltsozialforum : Globalisierungskritiker fordern Gerechtigkeit

Mit zahlreichen Aufrufen für eine gerechtere Welt ist das Weltsozialforum in Nairobi zu Ende gegangen. Die Veranstalter mussten in diesem Jahr aber selbst reichlich Kritik einstecken.

Nairobi - Die kenianische Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai setzte sich bei der Abschlussveranstaltung in einem Park in Nairobi für einen Schuldenerlass für Entwicklungsländer ein. "Das Weltsozialforum war ein Erfolg. Es sind Menschen aus aller Welt zusammen gekommen, um über Armut, Frieden, gerechtere Arbeitsbedingungen und Menschenrechte zu debattieren", meinte Njuguna Mutahi, einer der Organisatoren. Die Solidarität hatte allerdings ihre Grenzen, als etwa marokkanische Teilnehmer eine Musikgruppe aus der separatistischen Westsahara daran hinderte, ihre Flaggen auf der Bühne zu zeigen.

Am Vortag hatten hungrige Straßenkinder auf dem Gelände des Weltsozialforums ein Buffett gestürmt und sich über die Speisen und Getränke hergemacht. Dabei gingen einige Theken und Servierwagen zu Bruch. "Das Essen ist hier viel zu teuer, das können wir uns nicht leisten. Dabei soll es doch eine Veranstaltung für die Armen sein", sagte einer der Jugendlichen. Die Jungen und Mädchen aus den Slums wurden von der Polizei daran gehindert, einen weiteren Ess-Stand zu stürmen. Die Veranstalter hatten heftige Kritik einstecken müssen, weil viele Kenianer die Eintrittspreise als unangemessen hoch empfanden.

Das 7. Weltsozialforum war zugleich das erste, das ausschließlich in Afrika stattfand. Es hatten sich etwa 46.000 Teilnehmer registrieren lassen, weitaus weniger als von den Veranstaltern erwartet. Nach Ansicht von Beobachtern hat die aus Brasilien stammende Bewegung, die sich als Gegenveranstaltung zum Weltwirtschaftsforum in Davos versteht, mittlerweile an Schwung verloren. Teilnehmer bedauerten, dass die Masse der Veranstaltungen kaum zu überblicken sei und dass das Weltsozialforum wenig praktische Konsequenzen habe. Wo das nächste Treffen stattfinden soll, stand am Donnerstag noch nicht fest. (tso/dpa)

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