Politik : Weltweite Bestürzung über Dianas Tod

Im Auto bei Verfolgung durch Fotografen in Paris verunglückt / Schwere Vorwürfe gegen Sensationsjournalismus PARIS/LONDON (dpa/AFP).Auf der Flucht vor Sensationsreportern ist Prinzessin Diana am frühen Sonntag morgen in Paris mit dem Auto tödlich verunglückt.Bei dem Versuch, die Paparazzi abzuschütteln, hatte der Fahrer die Gewalt über den Wagen verloren.Mit Diana starben auch ihr Begleiter, der ägyptische Millionärssohn Dodi al-Fayed, mit dem sie zuvor im Ritz-Hotel gefeiert hatte, sowie der Fahrer.Der Tod der Prinzessin von Wales löste in aller Welt Bestürzung aus.Vielfach wurde Dianas Engagement für humanitäre Fragen herausgestellt und gleichzeitig harte Kritik an der Sensationspresse geübt.Ihr geschiedener Mann, Prinz Charles, flog nach Paris und überführte den Leichnam nach London. -Die 36jährige Diana erlag gegen 4 Uhr ihren schweren Verletzungen, wie Ärzte des Pariser Krankenhauses De la Pitié Salpétrière zwei Stunden später mitteilten.Die Prinzessin habe vor ihrem Tod das Bewußtsein nicht wiedererlangt.Fayed und der Chauffeur waren auf der Stelle tot; ein Leibwächter wurde schwer verletzt.Der Autounfall ereignete sich kurz nach Mitternacht in einem Tunnel entlang der Seine.Dianas Fahrzeug war mit einer Geschwindigkeit von 100 bis 150 Stundenkilometern durch den Tunnel gefahren, als der Chauffeur die Kontrolle verlor und gegen die Tunnelwand raste.Diana und Fayed saßen auf der Rückbank des Fahrzeugs und waren Verlautbarungen zufolge nicht angeschnallt.Der Leibwächter von Prinzession Diana, Trevor Rees Jones, befand sich am Sonntag abend außer Lebensgefahr. Der britische Thronfolger Prinz Charles holte am späten Sonntag nachmittag den Leichnam Dianas in Paris ab.In Begleitung der beiden Schwestern der Prinzessin nahm Charles an einer kurzen Trauerfeier im Krankenhaus teil.Der mit der blau-goldenen Fahne der Königsfamilie bedeckte Sarg wurde danach hinter einem Priester aus dem Krankenhaus getragen.Prinz Charles wurde vor dem Eingang von Frankreichs Staatschef Jacques Chirac und dessen Frau Bernadette empfangen.Angehörige der Republikanischen Garde standen Spalier.Die Maschine mit dem Leichnam Prinzessin Dianas landete am Abend in London. Die sieben Fotoreporter, die das Auto verfolgt hatten, waren noch am Unfallort festgenommen worden.Dianas Bruder, Earl Charles Spencer, warf der Presse vor, sie habe "Blut an den Händen." Auch ein Sprecher des Buckingham-Palastes in London erhob schwere Vorwürfe gegen Fotografen, die die königliche Familie rund um die Uhr verfolgten.Nach Angaben von Augenzeugen schossen die Paparazzi selbst beim Eintreffen der Rettungskräfte noch Fotos.Einer der Fotografen wurde von aufgebrachten Augenzeugen verprügelt.Noch in der Nacht wurden mehreren Zeitungen für rund eine Million Dollar Bilder des Wracks mit der sterbenden Diana angeboten. Besonders in Großbritannien herrschten Bestürzung und Trauer.Königin Elizabeth nahm die Nachricht "schockiert und verzweifelt" auf.Als warmherzig und mitfühlend würdigte Premierminister Blair die Prinzessin.In Deutschland reagierte Bundeskanzler Kohl "mit Bestürzung und großer Trauer".Diana sei auch Opfer eines "immer brutaleren und skrupelloseren Konkurrenzkampfes eines Teils der Medien geworden".Bundespräsident Herzog schrieb: "Mit ihrer persönlichen Ausstrahlung, ihrem Mut und vor allem ihrem beeindruckenden Einsatz für vielfältige humanitäre Belange hat sie die Herzen vieler Menschen in unserem Land gewonnen." US-Präsident Clinton zeigte sich "tief traurig" über den Tod Dianas.

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