Weltwirtschaft : G 20, übernehmen Sie!

Die sieben führenden Industriestaaten und Russland geben ihr Monopol auf. Angesichts der globalen Finanzkrise wollen sich künftig die G 20 um Wirtschaftsfragen kümmern.

Die G 20 übernehmen die Steuerung der globalen Wirtschaftspolitik: Die führenden 20 Wirtschaftsnationen der Erde wollen künftig die ökonomischen Probleme gemeinsam anpacken und lösen. Auch nach dem Ende der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise sollen die regelmäßigen Treffen der Gruppe fortgesetzt werden. Einen entsprechenden Beschluss haben die G-20-Staaten auf ihrem Gipfel im amerikanischen Pittsburgh getroffen.

Die US-Regierung sprach von einer "historischen Einigung". Mit dieser Neuerung würden Länder an einen Tisch gebracht, "die für eine starke, ausgeglichenere Weltwirtschaft, für die Reform des Finanzsystems und den Kampf gegen die Armut gebraucht werden". Die G 20 stünden weiter im Mittelpunkt der Bemühungen, eine dauerhafte Erholung der Wirtschaft zu erreichen und die Schwächen auszumerzen, die zu der Krise führten.

Denn damit gewinnen aufstrebende Volkswirtschaften wie China, Indien und Brasilien mehr Einfluss. Allerdings sollen sie auch in Zukunft von so manchem Machtzirkel ausgeschlossen bleiben: Wie die New York Times berichtet, werde über Sicherheitsfragen weiterhin in Rahmen der G 8 beraten.

Fest steht aber, dass die sieben führenden Industriestaaten und Russland (G 8) ihr Machtmonopol aufgeben. Mehr als 30 Jahre hatten zunächst die G-7-Länder – die USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien und Japan – die globale Agenda bestimmt, bevor dann nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 auch Russland dazugekommen war. Seit dem wird von der Gruppe der Acht gesprochen. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich mit dieser Entwicklung zufrieden. "Die führenden Industrieländer und aufstrebenden Volkswirtschaften wie China und Indien wollen auch künftig eng zusammenarbeiten", sagte sie. "Die G-20-Staaten werden die globalen wirtschaftlichen Probleme anpacken."

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, Reuters

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