Politik : Wem gehört der Felsen?

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Madrid. Die zwischen Spanien und Marokko umstrittene Insel „Perejil“ (Petersilie) vor der nordafrikanischen Küste hat in den letzten 600 Jahren schon viele Gelüste geweckt: So wurde die Insel 1415 von Portugal erobert, 1581 traten der Portugiesen Perejil zusammen mit weiteren Nordafrika-Besitzungen, wie etwa die Stadtkolonie Ceuta, an Spanien ab. Anfang des 19. Jahrhunderts nahmen die Engländer, die bereits Gibraltar an der Südspitze Europas unter Kontrolle hatten, Perejil. Laut Geschichtsbüchern gehörte sie damals bereits dem Herrscher von Marokko, der jedoch den Briten die Nutzung erlaubte. Als die Royal Navy sich zurückzog, setzten sich die Spanier wieder auf der Insel fest, die aber, historischen Quellen zufolge, stets von Marokko beansprucht wurde.

Schriftlich hat Spanien wenig vorzuweisen, um seinen Anspruch zu untermauern. Deswegen spricht Madrid lieber davon, den „Status quo“, den alten Gewohnheitszustand, zu respektieren. Im spanisch-französischen Vertrag von 1912, in dem die beiden Kolonialmächte Marokko als Protektorate unter sich aufteilten, wird die Petersilien-Insel nicht erwähnt. Marokko geht davon aus, dass spätestens mit dem Ende des spanischen Protektorates 1956 und der Unabhängigkeit des arabischen Staates auch die Insel endgültig marokkanisch wurde. Die spanische Historikerin Maria Rosa Madariaga bilanziert: „Spanien übte niemals die Souveränitätsrechte über die Insel aus. (. . .) Als Marokko die Unabhängigkeit erhielt, ging die Insel in dem neuen Staat auf.“ze

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