Politik : Wende in Jugoslawien: Illusionen? Was ein Friedensforscher meint

Die Experten sind skeptisch. Zum Beispiel Matthias Karadi, Südosteuropa-Experte des Instituts für Friedensforschung der Universität Hamburg. Er warnt den Westen vor "zu vielen Illusionen für eine sofortige Demokratie nach westlichem Muster" in Serbien. Karadi denkt an den noch immer vorhandenen Nationalismus innerhalb der serbischen Oppositionsbewegung. Das siegreiche Oppositionsbündnis DOS, sagte Karadi, bestehe aus 18 kleinen Parteien mit unterschiedlichen Positionen. Dazu gehörten auch serbisch-nationalistische Gruppen, deren Standpunkte sich oft nur wenig von denen der bisherigen Machthaber unterschieden. "Die nächsten spannenden Wochen werden zeigen, ob es im DOS-Bündnis zu einem internen Machtkampf kommt." Nach Karadis Ansicht ist der "point of no return" im Machtkampf allerdings schon erreicht. "Dadurch, dass weder Militär noch Sonderpolizei des Innenministeriums eingriffen, gab es einen friedlichen Machtwechsel."

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben