Politik : Weniger Geld für Ärzte in Großstädten?

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Berlin - Ärzte in Großstädten werden künftig womöglich weniger Geld verdienen. Darüber beraten die Fachleute von SPD und Union derzeit in den Verhandlungen über die Gesundheitsreform. Im Gespräch ist, Ärzten das Honorar zu kürzen, wenn sie sich in einer Region niederlassen, in der es bereits zu viele Mediziner gibt. Im Gegenzug sollen Ärzte Zuschläge erhalten, wenn sie sich in strukturschwachen Gebieten ansiedeln – etwa in der Uckermark in Brandenburg. Damit soll dem Ärztemangel begegnet werden. Ein entsprechender Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ wurde am Samstag in Koalitionskreisen bestätigt – entschieden sei aber noch nichts, hieß es weiter.

Die AOK hatte kürzlich angeregt, die Honorierung der niedergelassenen Ärzte stärker nach der Versorgung zu richten. Während Ballungsgebiete wie Berlin und München mit Spezialisten und Hausärzten überversorgt sind, zeichnet sich in ländlichen Regionen Unterversorgung ab – etwa in der Uckermark oder der Eifel. Laut AOK gibt es derzeit in Halle-Saalfeld zu wenig Hausärzte.

Die Idee, Zuschläge in unterversorgten Gebieten zu zahlen, stößt in der Ärzteschaft auf Zustimmung. „Ich kann mir gut vorstellen, dass man Ärzten einen Bonus gibt, wenn sie sich in unterversorgten ländlichen Gebieten niederlassen.“, sagte Ärztepräsident Jörg-Dietrich Hoppe dem Tagesspiegel am Sonntag. Eine Kürzung in Ballungsgebieten lehnt er jedoch ab: „Willkürliche Honorarkürzungen sind mit der Grundidee angemessener Vergütungen ärztlicher Leistungen völlig unvereinbar und auch rechtlich kaum haltbar“, sagt Hoppe.

Die Koalitionspartner haben vereinbart, mit der Gesundheitsreform auch das intransparente Honorarsystem für Ärzte zu überarbeiten. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) wirbt dafür, feste Preise für ärztliche Leistungen zu gewähren. Seit Jahren klagen die Mediziner darüber, dass sie nur einen Punktwert gutgeschrieben können. Wie viel Geld es dafür am Ende eines Quartals tatsächlich gibt, können sie in der Regel kaum kalkulieren. ce/raw

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