Politik : Weniger Geld fürs Häuschen?

Die Grünen wollen die Eigenheimzulage für den Bau von Einfamilienhäusern in ländlichen Gebieten deutlich absenken. In der nächsten Legislaturperiode solle bei der Förderung des Wohneigentums der städtische Altbau im Vordergrund stehen, sagte die wohnungsbaupolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Franziska Eichstädt-Bohlig, der in Chemnitz erscheinenden "Freien Presse".

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Es sei nicht länger gerechtfertigt, dass diejenigen, die eine Wohnung aus dem Bestand erwürben, mit 20 000 Mark nur die Hälfte der Neubauförderung erhielten. Diese Bevorzugung habe dazu geführt, dass immer mehr Familien in das Umland von Großstädten gezogen seien. "Dieser Zersiedlung muss entgegengewirkt werden", forderte Eichstädt-Bohlig. Nach den Vorstellungen der Grünen sollen Neubauwohnungen in Stadtkernen weiterhin mit dem vollen Betrag von 40 000 Mark gefördert werden. Damit solle ein Anreiz geschaffen werden, wieder verstärkt in die Innenstädte zu ziehen. In welchem Umfang die Fördersumme für Einfamilienhäuser im Umland abgesenkt werde, steht nach Angaben der Grünen-Politikerin noch nicht fest. Zunächst solle das Gutachten einer Bund-Länder-Kommission abgewartet werden.

Bislang gibt es beim Kauf von Neubauwohnungen oder beim Bau eines eigenen Hauses unabhängig vom Standort eine Eigenheimzulage von 40 000 Mark, in acht Jahresraten von je 5000 Mark. Wer eine Altbauwohnung oder ein älteres Haus kauft, bekommt acht Jahresraten von 2500 Mark. Das Baugewerbe lehnt angesichts der Flaute in der Bauindustrie eine Senkung der Eigenheimzulage ab, unterstützt darin von den Bausparkassen. Die Unions-Bundestagsfraktion hat davor gewarnt, eine Aufwertung der Bestandsförderung zulasten der Neubauförderung zu finanzieren.

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