Politik : Weniger Rente für Kinderlose?

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Berlin - Vizekanzler und Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) schließt eine Rentenkürzung für Kinderlose kategorisch aus. Dies sei eine „Verrücktheit, ein abstruser Vorschlag, so wie er immer mal wieder hochkommt“ sagte Müntefering am Donnerstag in Berlin. „Mit seriöser Rentenpolitik, so wie sie die Bundesregierung verfolgt, hat das jedoch nichts zu tun.“ Müntefering reagierte damit auf die Forderung des Kölner Wirtschaftswissenschaftlers Johann Eekhoff in der „Bild“-Zeitung, die Renten von Kinderlosen um die Hälfte zu senken. Eekhoff, der zur Regierungszeit von Kanzler Helmut Kohl (CDU) Staatssekretär im Wirtschaftsministerium war, sagte der Zeitung: „Kinderlose hätten nie in das Rentensystem aufgenommen werden dürfen, weil es nur funktioniert, wenn es von nachfolgenden Generationen finanziert wird.“ Deshalb sei es „dringend geboten, die Rentenansprüche von Versicherten mit Kindern zu erhöhen und die von Kinderlosen zu verringern.“

Die Oppositionsparteien wandten sich scharf gegen eine Rentenkürzung für Kinderlose. FDP, Linke und Grüne forderten stattdessen Besserstellungen für Eltern, die mit ihren Kindern zur späteren Sicherung des Rentenaufkommens beitrügen, hieß es überstimmend in Erklärungen.

Der CDU-Abgeordnete Michael Luther schlug vor, dass Eltern gestaffelt nach Anzahl der Kinder weniger Sozialversicherungsbeiträge leisten sollten. Dadurch würden auch Arbeitnehmer mit Kindern für Unternehmen interessanter, weil sie für diese weniger Sozialabgaben zahlen müssten. Der CSU-Abgeordnete Norbert Geis sagte der „Bild“: „Kinderlose sollten entweder eine verminderte Rente bekommen oder mehr in die Rentenkasse einzahlen müssen. Denn Mütter und Familien, die daheim bleiben und Kinder erziehen, erbringen eine Leistung für die nächste Generation.“ dpa

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