Politik : Wenn der Altkanzler den Bundestag verlässt, rückt Franz Peter Basten aus Trier nach

Kerstin Kohlenberg

Was geschieht eigentlich, wenn der Bundestagsabgeordnete Helmut Kohl sein Mandat niederlegt? Routine. Dann rutscht derjenige auf der Landesliste der CDU Rheinland-Pfalz nach, der es bei der Wahl 1998 nicht mehr in den Bundestag geschafft hat. Und das wäre Franz Peter Basten. Der "neue Kohl" ist Anwalt aus Trier, Vater von zwei Kindern und würde das Mandat auch annehmen. "Ich möchte den mal sehen, der das nicht machen würde." Erfahrung hat der Fußball-Fan, der an der Seite von Joschka Fischer auch mal ein Freundschaftsspiel gegen Russland verlor: Von 1994 bis 1998 saß der 55-Jährige schon einmal im Bundestag.

Auch wenn Basten nicht versteht, warum Kohl seine Spender nicht nennt, glaubt er nicht, dass die Spendenaffäre Kohls Leistungen schmälern kann. Was die Genussfähigkeit angeht, steht er dem alten Kohl in keiner Weise nach. Der Winzersohn Basten ist davon überzeugt, dass nur wer richtig essen kann, auch richtig Politik machen kann. Aufsehen erregte der Gelegeheitsraucher, als er sich 1997 gegen das Nichtraucherschutzgesetz stark machte. "Bald müssen wir dann einen Mundschutz im Gespräch tragen", scherzte Basten damals, "um keine Krankheitserreger zu übertragen" und Politiker dürften ihren Wählern "dann nur noch mit Handschellen die Hände schütteln".

Ein politisches Ende in Handschellen hofft Basten für Kohl natürlich ausschließen zu können und er zweifelt auch daran, dass der CDU-Ehrenvorsitzende sein Mandat zurückgeben wird. Trotzdem "wird in der CDU über die Möglichkeit geredet, dass ich nach Berlin gehe." Entsprechende Vorbereitungen trifft er aber noch nicht. "Mein Lebensmittelpunkt ist und bleibt Trier" - Basten ist Vorsitzender der CDU im Kreistag Trier-Saarburg. "Einen Koffer habe ich allerdings immer schnell gepackt."

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