Politik : Wenn die Seele streikt

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Von Ruth Ciesinger

Der Leistungsdruck wächst und der Stress steigt, besonders bei Schülern und Berufsanfängern. Darüber haben in den vergangenen Wochen Psychologen und Soziologen viel zu erzählen gewusst. Jetzt zeigt der Gesundheitsreport 2002 der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK): Auch die Zahl der psychischen Erkrankungen ist in den vergangenen Jahren in die Höhe geschnellt. Insgesamt blieb der Krankenstand fast derselbe wie im Vorjahr. Die Zahl der Tage, an denen Menschen es wegen Depressionen oder Angstzuständen nicht zur Arbeit schafften, ist zwischen 1997 und 2001 jedoch um 51 Prozent gestiegen.

Am schlechtesten geht es Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Bei den Mitgliedern zwischen 15 und 29 Jahren weist nach dem DAK-Report die Häufigkeit der Fälle „ein überproportionales und alarmierendes Wachstum zwischen 70 und 90 Prozent“ auf. „Der Grad an Überforderung ist gewachsen“, stellt DAK-Vorstandsvorsitzender Eckhard Schupeta fest. Besonders bei denen, die sich neu im Beruf behaupten müssten. Die Arbeitgeber müssten mehr tun, um den Druck aufzufangen, durch Teamarbeit oder präventive Kurse.

Für die „kommende Herausforderung im Gesundheitswesen“ müssten deshalb spezielle Behandlungs-Leitlinien für Hausärzte entwickelt werden, die die Krankheiten oft nicht als solche erkennen würden. Doch auch Mediziner sind nicht vor Depressionen gefeit: Spitzenreiter bei psychischen Erkrankungen ist die Gesundheitsbranche. Krankenschwestern, Pfleger, Krankenhausärzte – sie alle sind besonders anfällig für das so genannte „Burn-Out-Syndrom“.

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