Wer und was sonst noch wichtig war : Guttenberg, Özdemir, Ulla Schmidt und Co.

Kleine Meldungen zur Wahl: Über neue Mehrheiten, verpasste Direktmandate und große Siege.

Erstmals seit 1998 wieder Mehrheit für CDU im Osten



Der Osten Deutschlands wird wieder konservativer. Zum ersten Mal seit 1998 verdrängt die CDU unter Führung der aus dem Osten stammenden Kanzlerin Angela Merkel wieder bei einer Bundestagswahl auch in den neuen Ländern die SPD von Platz 1. Nach einer Infratest-dimap-Hochrechnung liegt die CDU mit 29,4 Prozent vorn. Die SPD stürzt dagegen ostweit dramatisch auf 17,8 Prozent ab. Für die Linke errechneten die Wahlanalysten Platz 2 mit rund 27,5 Prozent. Die Grünen und die FDP konnten wie bundesweit auch überall im Osten zulegen. dpa

Ulla Schmidt verliert Wahlkreis an Ärztefunktionär

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hat ihren Wahlkreis Aachen-Stadt an den Ärztefunktionär Rudolf Henke verloren. Der Bundesvorsitzende des Marburger Bundes und bisherige CDU-Landtagsabgeordnete Henke lag mit 37,5 Prozent vorn, wie die Stadt Aachen im Internet mitteilte. Schmidt erreichte nur knapp 32 Prozent. ddp

Cem Özdemir zieht nicht in Bundestag ein

Der Grünen-Bundesvorsitzende Cem Özdemir wird dem neuen Bundestag nicht angehören. Nach dem vorläufigen Ergebnis scheiterte Özdemir im Wahlkreis Stuttgart I mit dem Versuch, über ein Direktmandat ins Parlament einzuziehen. Zwar konnte er am Sonntag mit einem Erststimmenanteil von 29,9 Prozent einen Achtungserfolg verbuchen. Der Wahlkreis ging aber an den CDU-Kandidaten Stefan Kaufmann, der 34,4 Prozent der Erststimmen auf sich vereinen konnte. ddp

Von der Leyen verpasst Direktmandat

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat ihr Direktmandat verpasst. Sie musste sich am Sonntag in ihrem Wahlkreis Hannover II der früheren Bundesministerin Edelgard Bulmahn (SPD) geschlagen geben. Von der Leyen kam auf 31,9 Prozent der Stimmen. Sie zieht aber als Nummer eins der CDU-Landesliste in den Bundestag ein. dpa

Ilkhanipours Putschversuch in der Hamburger SPD gescheitert

Der parteiinterne Putschversuch an SPD-Politiker Niels Annen im Hamburger Wahlkreis Eimsbüttel ist gescheitert. SPD-Jungpolitiker Danial Ilkhanipour konnte in dem ansonsten für die Sozialdemokraten sicheren Wahlkreis nicht das Direktmandat holen. Stattdessen zieht der CDU-Politiker Rüdiger Kruse mit 30,7 Prozent der Stimmen in den Bundestag ein. Ilkhanipour blieb mit 24,2 Prozent sogar hinter der Grünen-Kandidatin Krista Sager (26,2 Prozent) zurück. AP

Guttenberg erzielt trotz CSU-Absturz deutlich mehr Erststimmen

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat in seinem Wahlkreis Kulmbach mehr Erststimmen erzielt als vor vier Jahren. Der Bundestagsabgeordnete, der bei der Wahl im Jahr 2005 insgesamt 60 Prozent der Erststimmen erzielt hatte, liegt laut dem Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung bei 68,1 Prozent und ist somit wiedergewählt. Damit konnte Guttenberg trotz des Absturzes seiner Partei ein Plus von rund acht Prozent einfahren. ddp

Maria Böhmer gewinnt Kohl-Wahlkreis

Was Helmut Kohl nie gelang, ist Maria Böhmer (CDU) gelungen: Die bisherige Ausländerbeauftragte der Bundesregierung holte das Direktmandat im Wahlkreis Ludwigshafen/Frankenthal in Rheinland-Pfalz . Wie der Bundeswahlleiter in Berlin am Sonntag mitteilte, bekam Böhmer 38,4 Prozent der Erststimmen. 2005 hatte noch die SPD-Politikerin Doris Barnett den Wahlkreis gewonnen.AP

Westerwelle in Bonn stark, SPD gewinnt Direktmandat

Die SPD hat das Direktmandat im Wahlkreis Bonn verteidigt. Wie die Stadt auf ihrer Internetseite mitteilte, lag der SPD-Kandidat Ulrich Kelber mit 33,3 Prozent vor der CDU, die etwa 31 Prozent erreichte. FDP-Chef Guido Westerwelle fuhr rund 19 Prozent der Erststimmen ein. (ddp)

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar