Wer wird nächster Präsident von Amerika? : Die Macht der Familien in der US-Politik

Die Herkunft spielt in der US-Politik eine wichtige Rolle. Auch ums nächste Präsidentenamt bewerben sich vielleicht große Namen wie Clinton und Bush.

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Geroge Bush bringt seinen jüngeren Bruder Jeb im Kampf ums Weiße Haus in Stellung.
Geroge Bush bringt seinen jüngeren Bruder Jeb im Kampf ums Weiße Haus in Stellung.Foto: dpa

„41“ steht auf dem Cover. Aber George W. Bush malt sich schon die 45 aus. Der frühere (43.) Präsident der USA hat ein Buch über seinen Vater George Bush geschrieben, den 41. US-Präsidenten. Die Veröffentlichung des Buches jedoch kommt zu einem Zeitpunkt, an dem nach den Kongresswahlen in den USA alle darauf warten, wer 2016 für den Posten des 45. US-Präsidenten antreten will. Bush bringt seinen jüngeren Bruder Jeb Bush in Stellung: „Er wäre ein hervorragender Präsident. Vater hofft sehr darauf, dass er antritt.“

Der Sohn des zweiten US-Präsidenten John Adams, John Quincy Adams wurde ebenfalls Präsident. Das haben die Bushs auch schon geschafft. Aber drei Präsidenten aus einer Familie – die Dynastie wäre einzigartig.

Es gibt kaum noch Zweifel, dass Hillary Clinton ins Rennen geht

Noch nie war eine Frau „Commander in Chief“ im Weißen Haus, die Oberfehlshaberin über die amerikanischen Soldaten und die Truppen. Noch nie ist somit auch eine Frau ihrem Mann ins Amt des Präsidenten nachgefolgt. Doch kaum jemand zweifelt inzwischen noch daran, dass Hillary Clinton für die Demokraten ins Rennen einsteigt. Bill Clintons Unterstützung ist ihr sicher. „Sie kann eigentlich gar nicht mehr anders“, sind sich die Beobachter in Washington einig. Eine besondere Form der Einzigartigkeit.

Die Aussicht auf einen neuen Wettstreit zwischen den Dynastien erfüllt viele Amerikaner mit Widerwillen – und mit Sehnsucht. Sie beklagen den Elitencharakter ihrer eigenen Demokratie. Sie erzählen sich Geschichten über Bill und Hillary. Sie lästern und klagen über George W. und vergleichen dabei doch die Bushs mit den Kennedys. Dynastien sind in den USA keine Seltenheit. Es ist „the american way of politics“, die amerikanische Art. Mehr als die Hälfte aller Senatoren und Abgeordneten des Kongresses derzeit sind Millionäre. Ohne den Reichtum einer Familie im Hintergrund ist es in den Vereinigten Staaten schwer, in die Politik zu gehen und sich zu behaupten.

So glamourös wie die Kennedys ist seither keine politische Familie mehr gewesen

Die Kennedys: eine Mischung aus Bildung, Reichtum und politischem Ehrgeiz. Und so glamourös ist seither keine politische Familie mehr gewesen. Aber bei den Kongress- und Gouverneurswahlen in der vergangenen Woche waren sie zu sehen, die Familien. In Georgia unterlag Jason Carter, der Enkelsohn des 39. US-Präsidenten Jimmy Carter, im Rennen um den Gouverneursposten. Die Demokratin Michelle Nunn wollte ihren Vater, Sam Nunn, im Senat beerben. Auch sie wurde von der republikanischen Welle weggeschwemmt. Andrew Cuomo ist Gouverneur des Bundesstaat New York, wie bis vor 20 Jahren sein Vater Mario Cuomo. Der Demokrat, der mit Kerry Kennedy, der Tochter von Robert Kennedy, verheiratet war, wurde wiedergewählt. In diesem Zyklus nicht zur Wahl stand der Sitz von Rand Paul. Der republikanische Senator ist der Sohn von Ron Paul, früher Kongressabgeordneter und Kandidat in republikanischen Vorwahlen.

Jeb Bush ist nicht der einzige mögliche Kandidat auf republikanischer Seite

Jeb Bush, der ehemalige Gouverneur in Florida, ist nicht der einzige mögliche Kandidat auf republikanischer Seite. Hier balgen sich viele potentielle Bewerber wie etwa der Gouverneur von Ohio, John Kasich oder der zuletzt als Vize-Präsident angetretene Abgeordnete Paul Ryan. Vor allem aber Rand Paul hat bereits einen Wahlkampfstab zusammengestellt. Hillary Clinton scheint derzeit bei den Demokraten die einzige Hoffnung. Und selbst wenn Jeb Bush nicht das Rennen machen sollte, stehen die Chancen doch gut, dass Clinton gegen das Kind einer anderen großen politischen Familie anträte.

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