Politik : Westen schickt Diplomaten nach Kirgistan

Washington - Wegen der schweren Unruhen in Kirgistan schicken die USA und Deutschland hochrangige Vertreter in das zentralasiatische Land. Robert Blake, im US-Außenministerium für Süd- und Zentralasien zuständig, werde am Freitag und Samstag in die Hauptstadt Bischkek reisen und dort mit kirgisischen Vertretern über die Lage beraten, kündigte ein Sprecher des US-Außenministeriums an.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) entsandte die Zentralasien- Beauftragte des Auswärtigen Amtes in die Region. Botschafterin Patricia Flor soll Freitag in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek eintreffen. Zur Linderung der Not der Flüchtlinge stellt das Auswärtige Amt 500 000 Euro Soforthilfe bereit.

Blake habe bereits telefonisch mit der Chefin der Übergangsregierung, Rosa Otunbajewa, gesprochen, hieß es aus Washington. Die USA hätten erkannt, dass vor Ort kurzfristig dramatische humanitäre Bedürfnisse entstünden. Blake werde in das usbekische Fergana-Tal reisen, wo zehntausende Flüchtlinge ausharren. Bei den seit vergangenem Donnerstag anhaltenden Ausschreitungen gegen die usbekische Minderheit sind bislang mindestens 176 Menschen getötet worden.

Nach den blutigen Unruhen blieb die Lage im Konfliktgebiet der zentralasiatischen Republik am Mittwoch explosiv: Im Süden des Landes hätten sich in der Nacht erneut Kirgisen und Angehörige der usbekischen Minderheit Feuergefechte geliefert, teilte die Interimsregierung in Bischkek mit. Unterdessen liefen Hilfen an: Ins usbekische Andischan brachte ein Flugzeug 800 Zelte des UN- Flüchtlingshilfswerks UNHCR. UN- Flüchtlingskommissar Antonio Guterres sprach von einer „Tragödie“ und rief die Internationale Gemeinschaft zur Hilfe auf. In Bischkek landete ein russisches Flugzeug mit Zelten und Decken. rtr/AFP/dpa

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