Politik : Westen sieht Flugverbot skeptisch Syriens Rebellen fordern internationale Hilfe

Damaskus/Genf - Angesichts der heftigen Kämpfe um die syrische Wirtschaftsmetropole Aleppo haben die Rebellen erneut die Einrichtung einer Flugverbotszone gefordert. „Wir könnten mehr Gebiete unter unsere Kontrolle bringen, aber die Kampfjets des Regimes hindern uns mit ihren Bombardierungen daran“, sagte der Rebellenkommandeur Abu Alaa in Aleppo. „Eine Flugverbotszone ist wesentlich für die Fortführung unseres Kampfes“, sagte er.

Aufständische in der syrischen Provinz Dair as Saur erklärten am Montag, sie hätten ein Militärflugzeug des Regimes abgeschossen und den Piloten gefangen genommen. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana widersprach dieser Darstellung. Die Maschine sei wegen technischer Probleme abgestürzt. Der Pilot habe den Schleudersitz betätigt, nach ihm werde gesucht. Sollten die Berichte über einen Abschuss zutreffen, wäre dies ein Hinweis darauf, dass die Aufständischen über Boden-Luft-Raketen verfügen.

Die Forderung nach einer Flugverbotszone war am Wochenende auch Thema beim Besuch von US-Außenministerin Hillary Clinton in Istanbul. Sie wollte sich aber nicht konkret dazu äußern. Es lägen viele Optionen auf dem Tisch, und eine jede müsse auch in Hinblick auf ihre Folgen geprüft werden, sagte Clinton.

Unterdessen lief ein weiterer Vertreter des syrischen Regimes zur Opposition über. „Ich habe gespürt, dass ich meinem Land nicht mehr auf der Regierungsseite dienen kann“, sagte Danny Al Baaj, erster Sekretär der syrischen UN-Mission in Genf. Der Diplomat hatte Damaskus beim UN-Menschenrechtsrat vertreten.

Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) besuchte nach Angaben seines Ministeriums ein Flüchtlingslager in Jordanien an der Grenze zu Syrien. Der jordanischen Regierung sagte er weitere zehn Millionen Euro zu. Derzeit leben jordanischen Angaben zufolge etwa 150 000 syrische Flüchtlinge in Jordanien. Mehr als 50 junge Syrer haben am Montag versucht, einen Zaun im Flüchtlingslager Saatari einzureißen und zu fliehen. Der Zwischenfall ereignete sich, kurz nachdem Niebel und der ihn begleitende Wasserminister Mohammad Naidschar das Lager verlassen hatten. dpa/AFP

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben