Politik : Westerwelle lädt syrische Opposition ein Winter verschärft Lage im Bürgerkriegsgebiet

Berlin/Jerusalem - Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat den Chef des neuen syrischen Oppositionsbündnisses, Scheich Ahmed al Khatib, zu einem baldigen Besuch in Berlin eingeladen. Westerwelle kam nach Angaben seines Ministeriums am Dienstag am Rande eines Treffens der Außenminister von EU und Arabischer Liga in Ägyptens Hauptstadt Kairo mit dem islamischen Rechtsgelehrten zusammen. Dabei habe er al Khatib Unterstützung beim Aufbau einer „geeinten Plattform der Opposition“ und einer „glaubwürdigen Alternative“ zur Führung von Syriens Staatschef Baschar al Assad zugesichert. Al Khatib forderte eine stärkere Bewaffnung der Rebellen. „Wir benötigen Spezialwaffen“, sagte er der Nachrichtenagentur AFP, ohne konkret zu werden. Im Nahen Osten wächst unterdessen die Angst, dass Nachbarländer Syriens in den Bürgerkrieg hineingezogen werden könnten: Israel nahm den zweiten Tag in Folge Ziele in Syrien unter Beschuss und landete dabei nach Angaben der Militärführung „direkte Treffer“ auf ein syrisches Militärfahrzeug. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) teilte mit, dass die Zahl der Flüchtlinge in Syriens Nachbarstaaten inzwischen auf mehr als 400 000 Menschen gestiegen ist. Weitere Zehntausende hielten sich unregistriert in der Region auf. Demnach sind rund 2,5 Millionen Menschen in Syrien selbst auf humanitäre Hilfe angewiesen. Ihre Situation verschärfe sich durch die sinkenden Temperaturen. Zwar bemühe sich das UNHCR um die Verteilung von Decken und Matratzen, werde dabei jedoch immer wieder behindert. Bislang haben den Angaben zufolge rund 295 000 Menschen Hilfspakete erhalten. Bis Jahresende sollen es 500 000 sein. AFP/dapd/ KNA

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