Westjordanland : Israelische Polizisten vertreiben jüdische Siedler

Hunderte israelische Polizisten haben in der Stadt Hebron im Westjordanland gewaltsam palästinensische Wohnungen geräumt, in denen sich zwei jüdische Siedlerfamilien verschanzt hatten.

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Zwangsräumung: Israelische Polizisten tragen den Sohn einer Siedlerfamilie aus einer besetzten Wohnung. -Foto: AFP

HebronDutzende ultra-nationalistische Demonstranten bewarfen die anrückenden Polizisten mit Steinen und Gemüse, berichteten israelische Medien. An der Räumung waren 200 Polizisten beteiligt, mehrere hundert Soldaten sicherten den Schauplatz. Nach Angaben eines Regierungssprechers wurden 14 Polizisten verletzt, 5 Demonstranten wurden festgenommen. Bei der Räumung handelte es sich um das massivste Vorgehen israelischer Sicherheitskräfte seit dem Abzug der jüdischen Siedler aus dem Gazastreifen vor zwei Jahren.

Die jüdischen Siedler um den alten palästinensischen Marktplatz hatten vor zwei Jahren einer Umsiedlung zugestimmt in der Hoffnung bald zurückkehren zu können. Nachdem die palästinensische Justiz diesem nicht zustimmen wollte, hatten zwei Familien vor einigen Monaten zwei Häuser besetzt.

Auch in der Armee sorgte der Fall für Streit: Die Armee verurteilte am Vortag zwölf Soldaten des Kfir-Regiments zu Militärhaftstrafen von bis zu vier Wochen, weil sie ihre Teilnahme an der Räumung verweigerten. Die Soldaten erklärten zur Begründung, sie wollten sich nicht an der "Vertreibung von Juden aus ihren Häusern" beteiligen. (mit AFP/dpa)

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