Politik : Wettbewerb bei Ungelernten Arbeitnehmerfreizügigkeit wird Ost-Länder belasten

Berlin - Die ab Mai 2011 geltende Freizügigkeit für Arbeitnehmer aus osteuropäischen EU-Staaten wird nach Einschätzung der Arbeitsverwaltung den Abbau der Erwerbslosigkeit insbesondere in den neuen Ländern verzögern. „Wir rechnen damit, dass künftig jährlich zwischen 100 000 und 140 000 Arbeitskräfte aus diesen Ländern zeitweilig oder dauerhaft einen Arbeitsplatz in Deutschland suchen werden“, sagte Heinrich Alt, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, der Zeitschrift „Super Illu“.

Der zusätzliche Wettbewerb werde vor allem unter An- und Ungelernten entstehen. Für Fachkräfte dagegen werde die Konkurrenz keine große Bedeutung haben, betonte Alt. Am Wochenende klagte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag, dass den Betrieben die qualifizierten Arbeitnehmer ausgingen. Nach einer Umfrage sieht bereits ein Drittel aller Firmen darin das größte Risiko für die eigene Entwicklung, bei Unternehmen der Gesundheitswirtschaft plagt diese Sorge sogar jeden zweiten Betrieb.

Nach Angaben des Bundesverbands der Personalmanager wird es immer schwieriger, offene Stellen zu besetzen. Bei einer Umfrage gaben 54 Prozent von 2000 Befragten an, dafür schon heute mehr Zeit zu benötigen als früher. Und 58 Prozent rechnen damit, dass sich dieses Problem weiter verschärft. Als Reaktion auf die Engpässe und den demografischen Wandel bemühen sich viele Unternehmen nach eigenen Angaben zunehmend um „altersgerechte Personalpolitik“ – dazu gehörten interne Arbeitswechsel ebenso wie regelmäßige Weiterbildung und persönliche Entwicklungsplanung. dpa/raw

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