Politik : Widersprüche um schiitische Geiseln

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Bagdad Rätselraten um eine angebliche Geiselnahme im Irak: Nach Berichten, sunnitische Aufständische hätten bis zu 100 schiitische Dorfbewohner als Geiseln genommen, stürmten irakische Sicherheitskräfte und US-Soldaten am Sonntag den südlich von Bagdad gelegenen Ort Madain. Bis zum Abend wurden offenbar jedoch keine Geiseln gefunden. Nach Medienberichten hatten Sunniten in der Nacht zum Samstag angeblich bis zu 100 Schiiten als Geiseln genommen.

Der für die nationale Sicherheit zuständige Staatsminister Kasim Dawoud bestätigte, man habe keine Geiseln gefunden. Augenzeugen in Madain, sagten, es könnte sich auch um Stammesstreitigkeiten handeln. Die Bevölkerung Madains besteht zur Hälfte aus Sunniten und zur Hälfte aus Schiiten. Sunnitische Aufständische sollen damit gedroht haben, Geiseln zu ermorden, falls die schiitischen Einwohner nicht das Dorf verließen.

Bei Anschlägen und Kämpfen kamen am Wochenende mindestens 26 Menschen ums Leben. In Ramadi starben in der Nacht zum Sonntag drei US-Soldaten, sieben wurden verletzt. In Haditha, 350 Kilometer westlich von Bagdad, wurden am Sonntag ein Polizeichef, zwei seiner Söhne und zwei Leibwächter getötet, als Rebellen dessen Haus stürmten. Am Vortag waren bei einem Bombenanschlag auf ein Restaurant in Bakuba neun Iraker gestorben. In Hilla südlich von Bagdad wurden vier Aufständische getötet. dpa

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