Politik : Wie aus roten schwarze Zahlen wurden

Die Parteifinanzen der CDU sind in den letzten Jahren der Amtszeit von Helmut Kohl als Vorsitzender saniert worden: Das Vermögen der Partei schwoll im Zeitraum von 1989 bis 1997 um das Sechsfache an, wie aus einer Statistik des Bundestags hervorgeht. Im Zusammenhang mit der Affäre um den früheren CDU-Bundesschatzmeister Walther Leisler Kiep ist in der Presse der Verdacht geäußert worden, diese Vermehrung des Parteivermögens sei auch durch auf so genannten Anderkonten geparkte Spendengelder ermöglicht worden. Dagegen verwies der heutige Parteichef Wolfgang Schäuble auf Sondereffekte bei der Wahlkampfkostenerstattung, wo ab 1990 aufgrund der deutschen Vereinigung auch Gelder für die Wählerschaft der früheren DDR gezahlt wurden.

Mit einem Reinvermögen von knapp 96 Millionen Mark hatte die CDU 1985 finanziell noch ordentlich da gestanden. Mit dem Wahljahr 1986 schlitterte die Partei aber in die Finanzkrise. Grund war die Verschuldung der Bundespartei: Zieht man die Schulden vom Vermögen der Partei ab, so ergab sich 1985 noch ein Vermögen der Bundespartei von 17,9 Millionen Mark. Im Wahljahr 1986 machte die Bundespartei gut 38 Millionen Mark neue Schulden; ihr Reinvermögen rutschte mit minus 16,8 Millionen Mark in die roten Zahlen. Mit dem Vermögen der Landesgliederungen sackte das Reinvermögen der Partei von 95,9 auf 70,3 Millionen Mark ab. Die Krise setzte sich fort: 1989 stand die Bundes-CDU mit 42,5 Millionen Mark in der Kreide, das Reinvermögen der Gesamtpartei war auf 30,8 Millionen Mark abgeschmolzen.

Erst 1990, im Jahr der Vereinigung, ging es wieder bergauf - steil bergauf. Mit nur noch 7,8 Millionen Mark stand das Reinvermögen der Bundespartei im Minus, die Gesamtpartei unter Einschluss der Landes- und Bezirksverbände verfügte im Westen über ein Reinvermögen von 71,3 Millionen Mark. Weitere fast zehn Millionen steuerten die neuen Landesverbände im Osten zum Vermögen der Gesamtpartei bei. 1991 kletterte die Bundes-CDU wieder leicht in die schwarzen Zahlen, und auch mit den Finanzen der Gesamtpartei ging es seitdem bergauf. 1997 belief sich das Reinvermögen der CDU auf stolze 178,2 Millionen Mark.

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