Politik : Wie die FDP in Mode kommen will Liberale beraten über ihr Wahlprogramm

Antje Sirleschtov

Berlin - Der in Brandenburg lebende Modeschöpfer Wolfgang Joop wird in den kommenden Wochen für die FDP in den Wahlkampf ziehen. Obwohl Joop kürzlich noch gestand, „100 Prozent zu Angela Merkel“ zu stehen, zählt er sich nun zu einer Reihe Prominenter, die die Liberalen nach Informationen des Tagesspiegels am Sonntag für Werbeeinsätze gewinnen konnten. Die blau-gelbe Botschaft wollen im Wahlkampf außerdem die Schaupieler Sky Dumont, Julia Biedermann und der Komiker Wigald Boning verbreiten.

Inhaltlich will die FDP mit einem „Deutschlandprogramm 2005“ in den Wahlkampf ziehen. Das Programm, das der Parteivorstand bei einer Klausurtagung am Sonntag und Montag beschließen will, setzt in erster Linie auf eine „große Steuerreform“ mit Einkommenssteuersätzen von 15, 25 und 35 Prozent und der Abschaffung beinahe aller Subventionen. Für mehr Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt will die FDP die Nürnberger Bundesagentur für Arbeit auflösen. Trotz mehrfacher Irritationen in den letzten Tagen lehnt der Programmentwurf eine Anhebung der Mehrwertsteuer klar ab, schränkt die ursprünglichen Ziele einer Abschaffung von Ökosteuer und Solidaritätszuschlag hingegen ein. Wegen der angespannten Haushaltslage sei dafür kein Geld da, heißt es. Familienpolitisches Zugpferd der wahlkämpfenden Liberalen soll eine Anhebung des Kindergeldes auf monatlich 200 Euro werden.

Der FDP-Landesverband Schleswig- Holstein dämpfte bei einem Parteitag am Samstag in Neumünster in ungewöhnlich scharfer Form Ambitionen von Parteichef Guido Westerwelle auf das Amt des künftigen Außenministers. Der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Jürgen Koppelin, der auf dem Parteitag zum Spitzenkandidaten gewählt wurde, sagte dem Tagesspiegel am Sonntag: „Fraktionschef Wolfgang Gerhardt ist für mich bei einer Koalition der Kandidat der FDP für das Amt des Außenministers“. Dabei besitze Gerhardt „die volle Unterstützung des gesamten Landesverbandes“.

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben