Politik : Wie ist ein gesetzlich Versicherter versichert?

In Deutschland sind knapp 70 Millionen Menschen gesetzlich krankenversichert. In der Solidarversicherung zahlen Gesunde für Kranke, Junge für Alte, Versicherte mit höherem Einkommen für Geringverdiener. Der Beitrag liegt momentan bei 15,5 Prozent des monatlichen Bruttogehalts (Arbeitgeber 7,3 Prozent, Arbeitnehmer und Rentner 8,2 Prozent). Kinder und Ehepartner ohne eigenes Einkommen zahlen in der Regel keine Beiträge, insgesamt 7,5 Millionen Personen. Der Leistungskatalog wird im Grundsatz durch das Sozialgesetzbuch vorgegeben: Die Versicherten haben Anspruch auf eine ausreichende, bedarfsgerechte, dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Wissenschaft entsprechende medizinische Krankenbehandlung. Die Kassen versuchen zudem, sich bei den Wahlleistungen zu unterscheiden, zum Beispiel bei der Übernahme der Kosten für Homöopathie. Wer gelegentlich wie ein Privatpatient behandelt werden möchte, kann auch eine Zusatzversicherung abschließen: etwa über höhere Zuschüsse beim

Zahnersatz oder Zwei-Bett-Zimmer im Krankenhaus. 22,5

Millionen solcher privaten Zusatzverträge gibt es derzeit.

Eine Beitragserhöhung ist fürs Erste nicht zu erwarten. Die gut 130 Kassen schwimmen im Geld, Ende 2012 verbuchten sie Überschüsse von gut 15 Milliarden Euro. Schwarz-Gelb nutzte die gute Wirtschaftslage, um die unbeliebte Praxisgebühr abzuschaffen. Mehrere Kassen werden Prämien zurückzahlen. Doch das könnte sich bald wieder ändern: Wird das Geld knapp, drohen den Versicherten Zusatzbeiträge. Es sei denn, die nächste Regierung schafft diese wieder ab. Für Besserverdienende wird die Krankenversicherung regelmäßig teurer, wenn die Beitragsbemessungsgrenze steigt. Die legt fest, bis zu welchem Einkommen Beiträge entrichtet werden müssen. Aktuell liegt sie bei 3937,50 Euro im Monat.

Mit den Gesundheitsreformen der vergangenen Jahrzehnte wurden mal Leistungen reduziert (etwa bei Brillen oder Zahnersatz), mal neue eingeführt (Impfungen). Seit längerem gab es keine Kürzungen mehr. Teurer wurde es für Patienten dennoch, etwa beim Zahnersatz: Seit 2012 zahlen Versicherte einen höheren Eigenanteil, was sich bei Brücken, Kronen und Implantaten bemerkbar macht.ce/raw

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