Politik : Wie Zement - Was ein homogenes Gut ist

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Der Markt kennt nur zwei Wettbewerbsarten: Ein Anbieter muss entweder besser oder billiger werden. Anders gesagt: Man kann immer nur mit dem Preis oder mit Qualität den Kunden davon überzeugen, lieber die eigenen als die Produkte des Wettbewerbers zu kaufen. Das ist auf den Arbeitsmärkten nicht anders als auf den Finanz- und Gütermärkten, solange niemand das Spiel von Angebot und Nachfrage stört. Mit einer Ausnahme: Homogene Güter. Das sind Produkte, bei denen es aus natürlichen Gründen keine (oder kaum) Qualitätsunterschiede gibt. Strom, Benzin oder Zement sind homogene Güter, egal ob sie blau oder gelb auf den Markt kommen. Weil Qualitätswettbewerb hier nicht möglich ist, wird der Preiswettbewerb um so härter. Das kann Anbieter dazu verführen, sich durch Absprachen das Leben zu erleichtern (Preismissbrauch oder abgestimmtes Verhalten). Kartellverfahren kommen bei homogenen Gütern besonders häufig vor. Das Kartellamt achtet hier immer schon auf wettbewerbliche Markt-Strukturen.

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